Rumänienhilfe startet am 18. November den 40. Konvoi

Rumänienhilfe startet am 18. November den 40. Konvoi

Hilfsgüter und medizinisches Gerät für notleidende Menschen im Osten des Landes. Spenden werden noch angenommen.

Wuppertal. Rumänien ist eines der ärmsten Länder Europas. Daran hat sich seit den ersten Hilfskonvois der Rumänienhilfe Wuppertal nach dem Ende der Ceausescu-Diktatur leider nicht viel geändert. Die Mitglieder der Wuppertaler Rumänienhilfe haben während der vergangenen 27 Jahre viele Kontakte nach Rumänien geknüpft und erfahren, dass gerade in den Ostregionen des Landes weiterhin große Not herrscht. Vom 18. bis 27. November wird der 40. Hilfstransport für Rumänien gestartet, der vor allem sehr bedürftigen Einrichtungen und notleidenden Menschen im Osten Hilfe bringen soll.

Medizinische Geräte, Medikamente, Verbandstoffe, Wasch- und Reinigungsmittel, Decken, Bettwäsche, gut erhaltene Oberbekleidung und Familienpakete sollen mit an Bord sein, wenn die Helfer mit ihren vollgepackten Lastwagen in Wuppertal aufbrechen werden. Hilfsgüter und Spenden werden an der RHW-Lagerhalle, Albertstraße 56, in Barmen am Donnerstag, 27. Oktober, von 16 bis 19 Uhr noch entgegengenommen.

Nach Einschätzung von Arno Gerlach, Leiter der Rumänienhilfe Wuppertal, ist der Einsatz für das osteuropäische Land wichtiger denn je. „Nach fast drei Jahrzehnten intensiver Bemühungen derer, die sich gegen das latente Elend, die Bespitzelung und Unterdrückung durch den Geheimdienst in Rumänien gestemmt haben, ist es eine bittere Feststellung, zu erleben, dass genau diese Unterwelt nach wie vor ihr Unwesen treibt“, sagt Gerlach.

Arno Gerlach, Leiter der Rumänienhilfe

Obwohl sich der seit einem Jahr regierende Ministerpräsident Dacian Ciolos nach Kräften bemühe, endlich die Rechtsstaatlichkeit zu stärken, die Unabhängigkeit der Justiz zu fördern sowie die Korruption spürbar zu bekämpfen und die Verwaltungsstrukturen zu entrümpeln, komme der Fortschritt nur quälend voran.

Dass immer noch kriminelle Personen in privilegierter Stellung durch persönliche Vorteilsnahme und Betrug sogar das Leben von Kranken, Hilfsbedürftigen und ihnen zum Schutz Anbefohlenen missachte, zeige einer der ungeheuerlichen Skandale, bei denen sich vor kurzem Pharmaindustrie und Ärzte durch Korruption unsäglich bereicherten. 32 Tote in verschiedenen Krankenhäusern sind eine der vielen Schreckensbilanzen der letzten Wochen. Noch immer täuschten die glitzernden Fassaden der neuen Supermärkte, Autohäuser und Modegeschäfte in den Fußgängerzonen der Großstädte über die Wahrheit hinweg. Das Leben außerhalb der Zentren sehe anders aus, so Arno Gerlach.

Die Wuppertaler Rumänienhilfe will daher im 27. Jahr gerade den Alten und Kranken, Kindern und Waisen, Behinderten, Rentnern und Sozialhilfeempfängern, kinderreichen Familien und Arbeitslosen Direkthilfe zukommen lassen.

„Wir wissen um die große Not einiger uns bekannten schwerbehinderten Menschen in Orten, die wir ansteuern. Für sie benötigen wir dringend einige gut erhaltene Rollstühle und für einen, vor kurzem bei einem Bahnunfall schwerst verletzten 17-Jährigen, der beide Beine verloren hat, einen Elektro-Rollstuhl“, sagt Arno Gerlach und bitte um Hilfe.

Außerdem benötigt die Rumänienhilfe finanzielle Unterstützung und Spenden. Die Helfer sind ehrenamtlich unterwegs, aber die Logistik für den Transport der Hilfsgüter mit Lastwagen ist sehr aufwendig. Weitere Informationen und Kontakt: Arno Gerlach, Telefonnummer 520944.

Mehr von Westdeutsche Zeitung