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Rottsieper Höhe: Vandalismus verzögert die Sanierung

Rottsieper Höhe: Vandalismus verzögert die Sanierung

In einer Turnhalle in Cronenberg haben Randalierer gewütet. Ein Ausnahmefall, sagt die Stadt.

„Absolut verachtenswert“ nennt Hans Uwe Flunkert, Geschäftsführer des Gebäudemanagements, den Vorfall, der sich Mitte November in Cronenberg ereignet hat. Offensichtlich aus willkürlicher Zerstörungswut sind in der Turnhalle an der Rottsieper Höhe — die derzeit umfassend saniert wird — Fassadenplatten und Scheiben beschädigt, Gipssäcke aufgerissen und Dichtbänder in Brand gesetzt worden.

Polizeisprecher Christian Wirtz spricht von einer „Verwüstung“. Der Schaden ist immens, liegt bei rund 10 000 Euro. Der Umbau der Halle verschiebt sich weiter. Rund zwei Wochen sei man bis jetzt durch die Beschädigung des Materials aufgehalten worden, sagt Flunkert. Die Arbeiten sollten im Dezember abgeschlossen werden. Laut Flunkert könnte es jetzt spätestens Januar werden. Die Fertigstellung wurde in der Vergangenheit verschoben, weil zu Beginn erhebliche Mängel festgestellt wurden, die eine Komplettsanierung nötig machten.

Die Kosten sind von 900 000 Euro auf 1,4 Millionen Euro gestiegen. Den Vandalismus in der Halle stuft Flunkert als Ausnahme ein. Der Schaden durch Sachbeschädigungen an Bauwerken, die durch das Gebäudemanagement betreut werden, sei generell marginal.

Die Aufwendungen, um beispielsweise Graffiti zu entfernen, würden bei maximal 35 000 Euro im Jahr liegen. Im Verhältnis zu Städten wie Düsseldorf (dort könne es auch mal um die 100 000 Euro kosten) sei das wenig. Vor Jahren habe man die Regel aufgestellt, dass Graffiti an öffentlichen Gebäuden innerhalb von 24 Stunden entfernt werden. Diese Zeit brauche die Farbe in der Regel, um zu trocknen. Wenn die Werke der Sprayer schnell entdeckt und entfernt werden, sei das preiswerter. Durch diese Vorgehensweise sei Wuppertal in der Sprayer-Szene eher unbeliebt.

Das sieht Silke Kessel, Geschäftsführerin der Eigentümerschutz-Gemeinschaft Haus und Grund in Wuppertal anders. Neben Schäden durch Wohnungseinbrüche würden auch Graffiti-Schmierereien „immer und immer wieder“ auftauchen. Das Problem ziehe sich durch die gesamte Talachse. Ein „Graffiti-Brennpunkt“ sei Wichlinghausen. Meist würden die Hausbesitzer auf den Kosten für die Beseitigung sitzen bleiben. Natürlich sollten Eigentümer die Sachbeschädigung durch Sprayer bei der Polizei zur Anzeige bringen. Aber: Nach ein paar Monaten komme oft die Benachrichtigung, dass kein Täter ermittelt werden konnte. Das ist auch an der Statistik der Polizei abzulesen (siehe auch Kasten). Nur gut jeder fünfte Fall in der Kategorie „Sonstige Sachbeschädigungen“ — in der unter anderem auch Graffiti erfasst werden — wurde 2017 bisher aufgeklärt. „Man wird der Lage nicht Herr“, sagt Silke Kessel von Haus und Grund.

Und wenn die Verursacher ausfindig gemacht werden, handele es sich oft um junge Erwachsene, die kein Geld haben, um für die Kosten aufzukommen, so Kessel.

Je nach Größe und verwendeter Farbe kann die Graffiti-Beseitigung schnell 500 bis 3000 Euro kosten, so Frank Budolek, Geschäftsführer der Karl Schönenberg Malerwerkstätten in Wuppertal. „Solche Aufträge bekommen wir alleine ein bis zweimal pro Monat“, sagt er. Ein anderer Weg, mit dem Graffiti-Problem umzugehen, sei, die Häuserwand mit Graffiti-Kunst zu gestalten, so Kessel. Das sei zwar kreativ, aber letztendlich ein „resignierender“ Umgang mit dem Problem. Was hilft, ist nach der Geschäftsführerin von Haus und Grund, die Aufmerksamkeit der Bürger. Wer etwas beobachte, könne beispielsweise laut die Tür zuschlagen. Ein weiterer Tipp, der Eigentümervereinigung: dunkle Ecken ausleuchten. Lampen an der Fassade würden abschrecken. Das Gebäudemanagement nutzt auch Anti-Graffiti-Beschichtung — beispielsweise ist sie verwendet worden, um die Historische Stadthalle zu schützen.