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Ronsdorfer will mit seiner Lyrik zum Schmunzeln anregen

Literatur : Lyrik soll zum Schmunzeln anregen

Wolfgang Luchtenberg ist in Ronsdorf für seine Reime bekannt. Jetzt gibt es sie als Buch.

Es ist kein Geheimnis, dass man viele Dinge aus verschiedenen Blickwinkeln sehen und beurteilen kann. Doch nicht jeder ist in der Lage, die unterschiedlichen Perspektiven in humorvolle Reime zu fassen. Der Ronsdorfer Wolfgang Luchtenberg (75) allerdings kann das. Hat er die Menschen in den vergangenen fünf Jahren bei der LIT.Ronsdorf mit seinen heiteren Versen unterhalten, so stellte der Senior nun, nicht ohne nachdrückliches Betreiben seiner Ehefrau Renate, seinen ersten Gedichtband unter dem folgerichtigen Namen „Blickwinkel“ vor.

In dem nimmt er die Dinge des täglichen Lebens, menschliche Schwächen und Stärken, mit einem Augenzwinkern, oft mit einem Schuss Sarkasmus, aber nie verletzend aufs Korn. Rund 100 seiner meist kurzen Gedichte, in denen er seinen Vorbildern Wilhelm Busch, Eugen Roth oder Heinz Erhard nacheifert, finden sich in dem kleinen Band, der für 6,90 Euro im Buchhandel (ISBN 978-3-7504-0877-7) erhältlich ist und sich bei Besuchen vorzüglich als originelles Mitbringsel eignet. „Ich erhebe keine Ansprüche darauf, Schöpfer von hochgeistiger, tiefschürfender Lyrik zu sein“, meint Luchtenberg schmunzelnd. „Ich möchte die Menschen mit meinen Gedichten unterhalten und sie zum Lachen bringen.“

Wolfgang Luchtenberg, der sich im Sport als zweiter Vorsitzender des Tennisbezirks, als Oberschiedsrichter und Turnierleiter, in der Lokalpolitik und kulturell ehrenamtlich engagiert, ist gelernter Bankkaufmann, hat es bei der nicht mehr existenten Dresdner Bank sogar zum Direktor gebracht und dabei von Anfang an nebenbei das alltägliche Geschehen in kleine Reime gefasst.

Das Versmaß und die Sprachmelodie müssen stimmen

Ob im Büro, beim Essen und Trinken, beim Sport, im Wartezimmer, am Tresen und beim Miteinander hat der Verseschmied einen Blick auf seine Mitmenschen und natürlich auf sich selbst geworfen und das in manchmal auch frivoler Reimform verarbeitet.

Dabei stellt er an sich selbst strenge Qualitätsansprüche: „Das Versmaß und die Sprachmelodie müssen stimmen“, stellt er klar und gesteht dabei, dass es nicht das pure Talent ist, das seine Verse entstehen lässt. Auch filigrane Arbeit und sprachliche Tüftelei stecken dahinter, bevor so ein munterer Text entsteht. Und zum Beweis zeigt der Ronsdorfer Poet ein zerlesenes kleines Büchlein, dessen Rücken nur durch Tesafilm zusammen gehalten wird: ein Reimlexikon, in dem zu einigen hundert Wörtern die Begriffe stehen, die einen Gleichklang bilden.

Wer so trefflich reimen kann, der hat natürlich auch im Karneval als Büttenredner seinen festen Platz, und so verfasst er die witzigen Beiträge nicht nur für selbst. Obwohl evangelisch, tritt der einstige Banker regelmäßig bei den Karnevalssitzungen der Gemeinde seiner Frau in St. Joseph auf und schreibt auch für andere Karnevalisten rund zehnminütige Beiträge, die regelmäßig Lachsalven und Beifall erzeugen.

Mit 75 ist man alles andere als ein Nachwuchsdichter, doch produziert Luchtenberg nach wie vor weiteres Heiteres und will seinem Erstling bald literarische Geschwisterchen folgen lassen.

Bei seinen Versen gilt vornehmlich: „In der Kürze liegt die Würze“ und was das angeht sieht er in einem deutschen Dichter ein (allerdings unerreichtes) Idol. Der schrieb nach der Besteigung der größten Erhebung im Harz ins Gipfelbuch: „Viele Steine, schwere Beine, Aussicht keine, Heinrich Heine.“