Ronsdorfer pflanzen Schnullerbaum

Ronsdorfer pflanzen Schnullerbaum

Kinder sollen ihren Nuckel an die Äste hängen und sich so spielerisch von der Angewohnheit lösen.

Ronsdorf. Der erste seiner Art soll in den 20er Jahren in Dänemark gepflanzt worden sein. In Deutschland wird er deutlich später heimisch: 2005 etwa in Münster, 2006 in Berlin oder 2007 in Köln. Und jetzt steht auch in Ronsdorf einer — ein Schnullerbaum. Seine Existenz verdankt er einer gemeinsamen Aktion der Interessengemeinschaft Wir in Ronsdorf (W.i.R.) und des Ronsdorfer Verschönerungsvereins (RVV). Sein Standort: der Spielplatz in den Ronsdorfer Anlagen, in der Nähe der Straße In der Krim.

„Die Idee mit dem Schnullerbaum stammt von einem Vater, der sich an uns gewendet hat“, sagt Eva Schatz, Vorsitzende von W.i.R.. „Da haben wir einen Ort gesucht, an den viele Kinder hinkommen.“ Der Spielplatz in den Anlagen werde gut besucht, nicht zuletzt auch von Kindertagesstätten oder Kindern aus der Grundschule Engelbert-Wüster-Weg.

Ein Schnullerbaum ist allerdings für Kleinkinder gedacht. Hier können sie sich spielerisch von ihrem Schnuller trennen. Wenn er nicht mehr gebraucht wird, kann man ihn in die Zweige des Baums hängen. Die erste Schnullerfrucht des Ronsdorfer Baums verdankt er der freundlichen Unterstützung von Jonas. Er ist Schachts Enkel. Und weil er nicht in Wuppertal wohnt, übernahm Großmutter den Part. Jetzt schaukelt der Schnuller im Wind, blaue Wale auf weißem Grund, ein gelbes Band hält ihn fest.

Zur feierlichen Einweihung strahlte die Sonne. Die Tage davor hatte es einiges an Regen gegeben. „Hervorragend für den Baum“, sagt Michael Heil, Vorsitzender des RVV, der lachend an die Pflanzaktion zurückdenkt: „Direkt unter dem Rasen kam gleich jede Menge Stein. Aber so ist es ja oft hier in Wuppertal.“ In Ronsdorf hat man sich für einen Zierapfelbaum als Schnullerbaum entschieden. „Red Sentinel“ heißt die Sorte. Sie blüht weiß, die kleinen Früchte sind knallrot. Die Vereine haben sich versichert, dass sie für experimentierfreudige Kinder ungefährlich sind. Heil: „In der englischen Küche werden sie sogar als Beilage verwendet.“

Mit 2,40 Meter hat Heil den Neuen Schnullerbaum gemessen. „Fünf bis sechs Meter könnte er hoch werden“, sagt er. Aber durch entsprechendes Stutzen soll er nicht viel mehr als drei Meter hoch und eher buschig werden. So können die unteren Zweige von Kleinkindern erreicht werden. Wird ein etwas höherer Ast ins Auge gefasst, können Vater oder Mutter den Schnullerspender immer noch auf den Arm nehmen.

Wenn alles nach Plan läuft, wird der Schnullerbaum etliche Schnuller tragen, bevor er seine Zieräpfel ausbildet. Ehe aber jede Menge Schnuller für sich selbst sprechen, soll ein Schild, eventuell auf eine große Baumscheibe montiert, auf den Schnullerbaum hinweisen. Das muss allerdings noch gebaut werden. Und wenn die beiden Vereine im Sommer auf dem Spielplatz ein großes Kinderfest organisieren, dann soll auch der Schnullerbaum eine Rolle dabei spielen. Dann soll, wie auf der Einweihung zu hören war, die Schnullerfee, enge Verwandte der Zahnfee, eingeladen werden.

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