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Ronsdorf erhält ein eigenes Weingut

Projekt : Ronsdorf erhält ein eigenes Weingut

Paul Mohrhenn will 2021 die erste Ernte einfahren. Auf dem Hof gibt es auch Platz für Ateliers.

Auf ein eigenes Weingut dürfen sich die Ronsdorfer freuen. Der Stadtteil erhält einen „Weinkultur- und Kunsthof“, erläutert Paul Mohrhenn. Er ist Inhaber der Weinhandlung Oellingrath an der Breiten Straße 50, wo er Weine und Spirituosen anbietet. Die Pläne für den Weinkulturhof bestehen bereits seit 2018 und sehen vor, die leerstehenden Lagerräume neben dem Geschäft in drei Ateliers für Künstler umzuwandeln.

Die rund 300 Quadratmeter große Freifläche auf dem Grundstück, auf der bislang nur ein verwilderter Garten war, wird zum Weinberg. Wenn alles so laufe wie geplant, sei in zwei Jahren alles zur ersten Weinlese bereit. Auf dem Feld gibt es dann sowohl eine weiße Rebsorte („Solaris“) als auch eine rote („Regent“).

Mit seinem Weinkulturhof will Mohrhenn vor allem kleineren Künstlern eine Chance geben, sich zu präsentieren. „Geplant sind wiederkehrende Ausstellungen im Innenhof“, berichtet Mohrhenn. Durch die entsprechenden Veranstaltungen sollen sowohl die Künstler als auch der Weinkulturhof selbst an Bekanntheit gewinnen. Welche Künstler die Ateliers beziehen, sei noch nicht klar. „Wahrscheinlich werden die ersten Künstler 2019 einziehen“, berichtet der Weinhändler. Aktuell laufe die Renovierung der Räume.

Mohrhenns Planungen gehen aber schon weiter. So soll es auf dem Gelände nicht nur Ausstellungen geben, sondern auch andere Veranstaltungen. Unter anderem plant er ein jährliches Weinfest, bei dem der selbst angebaute Wein, aber auch andere erlesene Tropfen angeboten werden. „Wir haben um die 17 deutschen Weingüter im Programm unserer Weinhandlung“, sagt er.

2021 sollen die ersten
Trauben geerntet werden

Im Dezember solle es einen kleinen Weihnachtsmarkt geben. Und auch Kunsthandwerker-Märkte seien in Planung. „Außerdem wollen wir an der Offenen Gartenpforte Rheinland teilnehmen und an der Aktion Wuppertaler Offene Galerien und Ateliers“, erklärt Mohrhenn. Dann könnten etwa Garten- und Kunstinteressierte auf den Weinkulturhof kommen.

Während die Planungen hinsichtlich der Ateliers schon laufen, liegt die erste Traubenernte noch in weiter Ferne. Generell sei die Ernte in diesem Sommer schon möglich, allerdings nicht sinnvoll, erklärt der Weinhändler.

Denn die Reben seien noch zu schwach. „Bis 2021 schneiden wir Trauben ab“, erklärt Mohrhenn. „Denn sonst bildet sich das Wurzelgeflecht nicht stark genug aus.“ Für starke Reben und gute Qualität müsse man Geduld bewahren, etwa noch gut zwei Jahre warten. Das weiß auch Thomas Kroll. Der Winzer aus Rheinhessen unterstützt den Ronsdorfer Unternehmer bei seinem Projekt.

Das größte Problem beim Weinanbau in diesem Jahr sei der späte Frost im Mai gewesen. Schädlinge hätten dagegen noch keine Probleme bereitet. „Neben den Rebstöcken haben wir auch Nützlingspflanzen wachsen lassen“, erzählt Mohrhenn. Die sollen für den Erhalt des natürlichen Lebensraums von Bienen, Hummeln und anderen Insekten sorgen. Ein Tier wie die Raubmilbe könne etwa als Schutz der Reben dienen. „Durch ihr Vorkommen brauchen wir weniger Pflanzenschutzmittel“, erklärt Paul Mohrhenn. Außerdem würden auf dem Weinkulturhof spezielle Rebsorten angepflanzt, die sehr pilzwiderstandsfähig sind.