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Ronsdorf: Ein Jahr im Zeichen des Stadtjubiläums

Fragebogen 2020 : Ronsdorf: Ein Jahr im Zeichen des Jubiläums

Fragebogen 2020 Bezirksbürgermeister Harald Scheuermann-Giskes freut sich auf viele Veranstaltungen.

Kein Jahr ohne den WZ-Fragebogen: Auch 2020 wollen wir von den Bezirksbürgermeisterinnen und -meistern wissen, was in ihrem Bezirk dieses Jahr auf dem Programm steht und welche Herausforderungen warten. Zum Abschluss der Interview-Reihe beantwortet Harald Scheuermann-Giskes (SPD), Bezirksbürgermeister von Ronsdorf, den WZ-Fragebogen.

2020 ist das Engels-Jahr. Was bedeutet Friedrich Engels für Sie persönlich und welche Rolle spielt er für Wuppertal?

Scheuermann-Giskes: Für mich ist Friedrich Engels nicht nur einer der großen Philosophen und Gesellschaftstheoretiker, sondern auch ein großer Naturwissenschaftler. Man stelle sich mal vor, wie die Weltgeschichte verlaufen wäre, wenn Friedrich Engels nicht Karl Marx bei dessen Erstellung des Kommunistischen Manifestes so außerordentlich unterstützt hätte. Kein Kommunismus?? Kein Sozialismus?? Keine Sozialdemokratie ??

Welchen Veranstaltungen und Terminen — losgelöst vom Engels-Jubiläum — fiebern Sie in Ihrem Bezirk entgegen?

Scheuermann-Giskes: Neben dem Engels-Jahr gibt es in Ronsdorf ebenfalls etwas Besonderes zu feiern: 275 Jahre Stadt Ronsdorf. Das Stadtjubiläum wird begleitet von einer Reihe von Veranstaltungen im Stadtbezirk. Höhepunkt dürfte das Bürgerfest auf dem Bandwirkerplatz am 19. und 20. Juni sein. Wir haben die Hoffnung, dass die Einweihung der umgebauten Haltestelle Staasstraße im Rahmen dieses Festes erfolgen wird. Eröffnet wird das Jubiläumsjahr mit einer Fotoausstellung in der Stadtsparkasse Ronsdorf am 20. März.

Was könnte ein Aufreger-Thema in Ihrem Bezirk werden?

Scheuermann-Giskes: Die geforderte Einrichtung einer Tempo-30-Zone vor der Grundschule Ferdinand-Lassalle-Straße könnte zu mehr als nur einem Aufreger-Thema werden. Hierbei stehen sich Bezirksvertretung und Verkehrslenkung der Stadt konträr gegenüber. Die BV wird auf ihre Rechte nach § 37 der Gemeindeordnung NRW bestehen (hier: Entscheidungsrecht für Verkehrsberuhigungsmaßnahmen im Stadtbezirk).

Stichwort Mobilitätswende: Wo sehen Sie in Ihrem Bezirk Chancen und Möglichkeiten, aber wo auch schwer überwindbare Hürden?

Scheuermann-Giskes: Zwingend notwendig ist eine Ausweitung des ÖPNV. Ich erinnere nochmals an den Wunsch von Bürgern und Bezirksvertretungen zur Einrichtung eines sogenannten Burgholz-Expresses (Buslinie von Ronsdorf über Cronenberg nach Vohwinkel) oder die Ausweitung des CE 61. Innovativ wäre es, wenn unser Büsken (Linie 650) als Elektrofahrzeug oder besser als wasserstoffbetriebenes Fahrzeug umweltfreundlich durch den Stadtbezirk fahren würde.

2020 ist auch das Jahr der Kommunalwahl. Was erhoffen Sie sich daraus für Ihre Partei?

Scheuermann-Giskes: Alle Parteien in der Bezirksvertretung haben sich in den letzten Jahren, mit unterschiedlichen Schwerpunkten, bemüht, das Beste für Ronsdorf zu erreichen. Für die Kommunalwahl erhoffe ich mir, dass nur kommunalpolitische Themen im Vordergrund einer Wahlentscheidung stehen. Diesbezüglich bin ich optimistisch.

Und wer darf für 2021 den WZ-Fragebogen für Ihren Bezirk ausfüllen?

Scheuermann-Giskes: Das entscheiden die Ronsdorfer Bürger bzw. die dann gewählten Vertreter in der Bezirksvertretung. Selbstverständlich würde ich mich freuen, wenn Sie (WZ) mich im nächsten Jahr nochmal anschreiben würden.

Rückblickend: Gibt es Themen, die Sie im Fragebogen in der Vergangenheit angesprochen haben, die Sie zukünftig aber vermeiden würden, weil sich eh nichts tun wird?

Scheuermann-Giskes: Aufgeben geht gar nicht, man muss, egal wie, am Ball bleiben (zum Beispiel Umbau der Haltestelle Staasstraße).

Noch kein Investor für die ehemalige Bergische Sonne, die Bahndirektion bleibt vorerst ein großer Leerstand und die Seilbahn ist beim Bürgervotum klar gescheitert — für welches Großprojekt in der Stadt sehen Sie dagegen Chancen?

Scheuermann-Giskes: Ich habe zum einen die Hoffnung, dass es zur Ansiedlung von Smart-Tec-Betrieben auf der Fläche der ehemaligen Bergischen Sonne kommt. Zum anderen würde ich es begrüßen, wenn in dem Gebäude der Bundesbahn Abteilungen der Stadtverwaltung in Form eines Bürgerzentrums untergebracht werden könnten.

Erstmalig konnten die BVen 2019 über die Vergabe der GFG-Mittel selbst entscheiden. Ein guter Schritt?

Scheuermann-Giskes: Mehr als nur das! Die GFG-Mittel von 38 000 Euro für 2019 wurden zur Hälfte in die Renovierung von Spielplätzen investiert. Die andere Hälfte ist für eine ausreichende Beleuchtung des Bandwirkerplatzes vorgesehen. Für das Jahr 2020 stehen uns insgesamt 55 000 Euro für weitere Infrastrukturmaßnahmen zur Verfügung.

Die Zusammenarbeit gerade zwischen den Bezirksbürgermeistern wurde in den vergangenen Jahren intensiviert. Aber wie weit sehen Sie die Bezirksvertretungen auf ihrem Weg zu mehr Einfluss?

Scheuermann-Giskes: Die Zusammenarbeit der zehn Bezirksbürgermeister war in den letzten Jahren sehr konstruktiv. Wir waren bemüht, die Rechte der BVen gegenüber Rat und Verwaltung zu stärken. In der letzten Ratssitzung hat der Rat einer entsprechenden Vorlage zur „Stärke der Rechte der Bezirksvertretungen“ zugestimmt. Ein erster Schritt. Dennoch: Es gibt noch viel zu tun — packen wir es an.