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Röttgen: Katholische Kirche und GWG planen neue Wohnhäuser für Wuppertal

Stadtentwicklung in Wuppertal : Neuer Wohnraum für den Röttgen

Gemeinsamer Bebauungsplan für beide Projekte: Die Gemeinde will auf Teil des Friedhofes bauen, die GWG auf ehemaligem Kita-Grundstück. Auch Sozialwohnungen werden dort entstehen.

Momentan liegen beide Flächen praktisch brach. Doch die Gemeinnützige Wohnungsbaugesellschaft (GWG) und die Katholische Kirche haben Pläne für ihre Grundstücke am Röttgen: Dort sind Mehrfamilienhäuser mit insgesamt etwa 50 Wohneinheiten geplant. Den Aufstellungsbeschluss für einen entsprechenden Bebauungsplan soll am Donnerstag der Stadtentwicklungsausschuss fassen. Die Bezirksvertretung Uellendahl-Katernberg gab bereits die Empfehlung ab.

„Kirche und GWG ziehen an einem Strang“, sagt Wolfgang Renner von der GWG. Überlegungen habe es schon länger gegeben, gemeinsam mit der Verwaltung sei nun der Bebauungsplan vorbereitet worden. Die Stadt habe den Wunsch gehabt, dass zum Teil auch öffentlich geförderte Wohnflächen realisiert werden. „Das tragen wir mit“, so Renner. Im B-Plan sind nun 20 Prozent der Gesamtfläche dafür vorgesehen. Die Quote ist Teil des Handlungskonzeptes für mehr sozialen Wohnraum, das die Stadt kürzlich vorstellte (die WZ berichtete).

Das Grundstück der GWG befindet sich südlich des evangelischen Gemeindezentrums an der Straße Röttgen 100. Die Fläche wurde ehemals als Kindergarten genutzt und liegt seit einigen Jahren brach. Dort sollen zwei Mehrfamilienhäuser entstehen.

Ebenfalls zwei Mehrfamilienhäuser plant die Katholische Pfarrgemeinde St. Laurentius auf einem Teil ihrer Friedhofsfläche (östlich des evangelischen Gemeindezentrums an der Straße Am Deckershäuschen). Angedacht ist Mehrgenerationenwohnen. Der Standort wird derzeit größtenteils als Fläche für Grünabfälle genutzt.

Dass angesichts der sich verändernden Bestattungskultur — es gibt immer mehr Urnenbegräbnisse — die Träger der Friedhöfe über eine neue Nutzung von Teilflächen nachdenken, ist nichts Neues. In Wuppertal sind es vor allem die Kirchen, nur ein Friedhof befindet sich in städtischer Trägerschaft. Bislang ging es aber vor allem um potenzielle Erweiterungsflächen. Die katholische Kirche geht am Uellendahl neue Wege, weil das Areal am Deckershäuschen noch genutzt wird. Allerdings würde die Bebauung nur einen kleinen Teil der gesamten Friedhofsfläche in Anspruch nehmen, „zumal dieser Teil des Friedhofes eher untergeordnet als Ablagefläche für Grünschnitt genutzt wurde“, wie es in der Vorlage heißt. Durch „gezielte Begrünungsmaßnahmen sollen die kulturhistorische Bedeutung und der Charakter des Friedhofs erhalten bleiben“.

Architektin Anja Schacht, die für die Kirche und GWG das Projekt betreut, stellt noch einmal klar: „Auf der Fläche liegen keine Gräber.“ Zu Beginn der Planung habe es auch noch Überlegungen gegeben, hinter der Straßenrandbebauung zwei zusätzliche Gebäude zu errichten. Dort befinden sich allerdings noch Grabflächen, weshalb das Areal, wie die Stadt erklärt, „pietätsbefangen“ ist. Das heißt, eine Bebauung dieser Fläche wäre erst in etwa 25 Jahren möglich. Deshalb bleibe es bei einem etwa 24 Meter tiefen Geländestreifen, so Schacht.

Die Kirchengemeinde sei auf sie zugekommen, „weil sie an der Malerstraße auch Nachbarn sind“. Dort hatte Schacht vor einigen Jahren mit einer Baugruppe ein Wohnvorhaben umgesetzt. Ähnliches sei nun auch am Uellendahl denkbar, erklärt die Architektin.

Grüne: Entwässerungskonzept
ist auf jeden Fall notwendig

Die Entwässerung des gesamten Planbereiches wird laut Stadt über eine Trennkanalisation in den Mirker Bach erfolgen. Um diesen allerdings vor weiterer Überlastung zu schützen und bei Starkregen die Gefahr der Überflutung für das unterhalb liegende Einzugsgebiet nicht zu verstärken, ist ein Entwässerungskonzept notwendig. Zudem wird von der Unteren Naturschutzbehörde eine artenschutzrechtliche Prüfung gefordert. Beides Punkte, auf deren Wichtigkeit Christian Limberg (Grüne), der zweite stellvertretende Bezirksbürgermeister, in der Sitzung der BV noch einmal hinwies.

Was den Zeitplan angeht, befindet sich das gesamte Verfahren noch am Anfang. Bis zum dritten Quartal 2021, so der Plan der Stadt, soll Baurecht geschaffen werden.