Röttgen: Erster Blick in eine neue Wuppertaler Kita

Bildung : Röttgen: Erster Blick in die neue Kita

Auch Anwohner waren vor Ort und äußerten Sorge über Lärm und mehr Verkehr.

Die Lage der Räume scheint sofort durchdacht - kein Wunder, ihre Nutzer brauchen ja besondere Bedingungen: Die neue Kindertagesstätte am Röttgen vermittelt den Eindruck von Helligkeit und offener Struktur. Bei einer Vorabbesichtigung gab es Einblick in die Einrichtung der Arbeiterwohlfahrt (Awo), die künftig Platz für 90 Kinder bieten soll.

Noch ist es etwas schwer, vorzustellen, dass schon bald hier Kinder toben werden. Auch die Helligkeit der weißen Wände selbst mag dazu beitragen, die sonst freilich angenehm und Teil des Plans ist: „Es soll transparent sein“, sagt Architekt Shakib Dadgar und meint mit dem strapazierten Begriff ausnahmsweise ganz praktisch Lichtdurchlässigkeit: Der Gang im Erdgeschoss läuft schnurstracks auf ein Fenster zu - „dass man nicht gegen eine Wand guckt“.

Zum Gang hin ausgerichtet ist hier unten ansonsten das Raumkonzept, wie es sich auch im Obergeschoss wiederfindet: Es wird insgesamt fünf Gruppen geben, unten für Kinder bis zwei Jahren, oben bis sechs. Und hier wie dort sieht das Konzept für jede Gruppe einen Hauptraum plus „Funktionsraum“ vor - letztere sollen eben auch direkt vom Gang erreichbar sein. Und zurück natürlich - etwa zu den Toiletten. Auch Ruheräume sind zu finden.

Welche Funktionen das sein werden? „Das wird sich jeweils noch zeigen“, meint Leiterin Christiane Daum und denkt etwa an eine Bücherei oder auch Beschäftigung mit Naturmaterialien. Auch für sie ist das Haus selbstredend neu, doch sie zeigt sich angetan und motiviert, es mit Leben zu füllen.

Mindestens elf Vollzeitkräfte
sollen in der Kita unterkommen

Nicht nur die älteren Kinder werden künftig ins Obergeschoss steigen. Auf die Kita-Mitarbeiter wartet hier ein großer Personalraum, den Awo-Geschäftsführer Frank Gottsmann besonders hervorhebt. Mindestens elf Vollzeitkräfte kündigt er an, „auch qualifizierte Teilzeitkräfte werden sich melden“. Tariflohn sei ihm dabei „eine wichtige Überzeugungssache“.

Die Awo engagiert sich traditionell für die „Rechte des arbeitenden Volkes“, betreibt soziale Einrichtungen und etwa Stadtteiltreffs. „Hier treten wir als Träger auf“, sagt Heinz Gilde, der heute zusammen mit zwei Kollegen den Vorstand vertritt.

Stichwort Lage - jenseits der Raumstruktur: Wie der neue Anlieger sich in der Nachbarschaft anlassen wird, bleibt abzuwarten. „Neunzig Kinder: Das wird man nicht klaglos hinnehmen“, ist von einem Besucher zu hören. Eine Frau aus der Gegend wird konkreter: Wenn gegen Abend die Eltern ihre Kinder abholen, befürchtet sie für die Straße Röttgen im Verkehr „Stockungen“.

Zeigen wird auch das sich, wenn die Kinder eingezogen sind. Dass es um kleine Nutzer geht, ließ sich jedenfalls mit etwas Suchen auch heute erahnen: Die Spiegel im noch nicht fertigen Toilettenraum sind nach Erwachsenen-Maßstäben knapp auf Kniehöhe.

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