Rettungsplan für die Gemeinnützige Wohnungsbaugesellschaft geht auf

Wohnungsbaugesellschaft : Die GWG ist ihrem Sanierungsplan voraus

Wohnungsbaugesellschaft schreibt 2019 schwarze Zahlen und stabilisiert Liquidität.

Über viele Jahre galt die Gemeinnützige Wohnungsbaugesellschaft (GWG) als Fass ohne Boden. Vor allem die enorme Zinslast, die von der städtischen Tochter aufgrund der Schulden in Höhe von bis zu 300 Millionen Euro zu stemmen war, ließ alle Sanierungsversuche in Form von Finanzspritzen durch die Stadt scheitern. 2017 wurde ein letzter Versuch unternommen, der offensichtlich zu schnelleren Erfolgen führt als zu erwarten war. Der sogenannte kombinierte Ansatz, den die Prüfer des Unternehmens Pricewaterhouse Coopers (PWC) vorgeschlagen haben, eröffnet der GWG neue Perspektiven.

Im Monitoring-Bericht mit Stand 31. März 2019 stehen alle symbolischen Ampeln auf Grün. Das erwartete Jahresergebnis liegt mit 1,6 Millionen Euro deutlich oberhalb der Planungen, die Eigenkapitalquote ist mit 25,31 Prozent zwar noch ausbaufähig, liegt aber über der Zielvorgabe von 23,1 Prozent im PWC-Gutachten. In diesem Zusammenhang erinnerte Stadtdirektor Johannes Slawig am Montag an die vielen Jahre, in denen die GWG mit einem siebenstelligen Minus ihre Bilanzen abgeschlossen und ihr Eigenkapital fast komplett aufgebraucht hatte.

GWG-Geschäftsführer Oliver Zier zeigte sich erleichtert über den Aufwärtstrend. „Die Maßnahmen, die 2017 getroffen wurden, zeigen Wirkung.“ 2016 habe die GWG 8,5 Millionen Euro an Zinsen aufbringen müssen, 2019 werden die Zinsen mit 5 Millionen zu Buche schlagen.

Die anhaltende Niedrigzinsphase und die starke Nachfrage auf dem Wohnungsmarkt sorgen für ein gutes Klima, das die Genesung der GWG fördert. Oliver Zier wies auf den Abbau von Leerständen hin. Auf 3,5 Prozent ist die Quote bei einem Bestand von 5600 GWG-Wohnungen gesunken. Auf mehr als fünf Prozent schätzt Zier die Leerstands-Quote für die gesamte Stadt ein. Die im Monitoring ausgewiesenen Gefahren sind aktuell nur theoretischer Natur. Dann müssten schon die Zinsen steigen, wofür es politisch keine Anzeichen gibt, und und wieder mehr GWG-Wohnungen leerstehen- auch dahin zeigt der Trend nicht. 

Höhere Einnahmen ließen sich hingegen wegen der generell steigenden Mietpreisen und bei weiteren Bestandsverkäufen erzielen, so die Prüfer.

Dass die GWG ihre Liquidität gesteigert hat, drückt sich in den Projekten Lise-Meitner-Straße, Heidter Carré (ehemals Bremme-Gelände) und Wuppertaler Hof aus. Die GWG kann somit ihrer eigentlichen Aufgabe als Wohnungsbaugesellschaft zumindest in Ansätzen wieder gerecht werden.

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