Retter fürchten den Mega-Stau

Retter fürchten den Mega-Stau

Videokameras und Ampeln: Wie die Feuerwehr trotz der Sperrung der B 7 rechtzeitig bei Notfällen sein will.

Wuppertal. Noch knapp drei Wochen, dann ist die B 7 am Döppersberg gesperrt — auch für die Wuppertaler Feuerwehr. Die muss in Notfällen spätestens in zehn Minuten vor Ort sein. Ist das noch zu schaffen? „Ja“, sagt Ulrich Zander, stellvertretender Feuerwehrchef von Wuppertal. Für die Zeit nach dem 21. Juli haben sich die Retter einen Masterplan gemacht.

So ist unter anderem auf den Ausweichstrecken Wolkenburg und Briller Straße die Installation von Kameras samt Vernetzung mit der Feuerwehr-Leitstelle geplant. „Gerade zu Stoßzeiten können wir dann sehen, ob die Route für Löschfahrzeuge beziehungsweise Notarzt- und Rettungswagen zu voll ist“, sagt Zander. Die Kostenfrage sei noch nicht geklärt.

Entlang der Briller Straße und der Hochstraße sollen die Ampeln von der Hauptfeuerwache an der August-Bebel-Straße im Alarmfall so auf Grün gestellt werden, dass die Retter zu den Stoßzeiten nicht im allgemein erwarteten Mega-Stau stecken bleiben.

Weil die Südstadt durch die B-7-Sperrung von den üblichen und direkten Querungsrouten abgeschnitten ist, will die Feuerwehr dort ein Löschfahrzeug stationieren. Potenzieller Standort laut Zander: das Gelände der Bergischen Universität am Grifflenberg.

Umgesetzt ist der Masterplan noch nicht. Bezüglich der Ampeln und Kameras stehen noch Ortstermine an — unter anderem am Donnerstag. Zander ist sich sicher: „Wir sind auf einem sehr guten Weg und werden rechtzeitig bei Notfällen eintreffen.“

Der Chefretter ahnt allerdings, dass es bei Krankentransporten — davon gibt es etwa 180 pro Tag — zu Verzögerungen kommen wird. Zum Vergleich: Zu Notfällen rückt die Feuerwehr „nur“ etwa 20 Mal pro Tag aus.

Kritik an der Sperrung kommt von der Notfallrettung-Kießling. Der private Anbieter fährt nach eigenen Angaben in Wuppertal etwa 150 Einsätze pro Tag: „Wir rechnen mit Verzögerungen für unsere Kunden. Das ist unerfreulich“, sagt Matthias Kießling. Nur in Notfällen dürfen die Kießling-Retter mit Sonderrechten (Blaulicht und Martinshorn) unterwegs sein. In den übrigen Fällen stehen die Krankentransporte — wie auch die der Feuerwehr — im B-7-Stau.

Mehr von Westdeutsche Zeitung