Wupperverband: Renaturierung der Wupper geht 2017 weiter

Wupperverband: Renaturierung der Wupper geht 2017 weiter

Wupperverband präsentiert seine Planungen für das neue Jahr. Als nächstes stehen Maßnahmen am Döppersberg an.

Wuppertal. In gleich drei Etappen will der Wupperverband in diesem Jahr die Renaturierung der Wupper voranbringen. Zunächst soll ab etwa Mai ein 800 Meter langes Flussstück auf dem Döppersberg - zwischen Brausenwerth und Ohligsmühle - naturnah gestaltet werden. „Der Umbau des Döppersberg bietet uns die Gelegenheit, an das Ufer heranzukommen“, sagte der Vorstand des Wupperverbandes, Georg Wulf, Dienstag bei der Vorstellung der Jahresplanung. Neben der ökologischen Verbesserung gehe es bei der Neugestaltung der Wupper auch darum, die „Stadt lebenswert“ zu machen.

Dazu gehört nach Angaben von Wulf auch, dort, wo es möglich ist, Zugänge zur Wupper zu schaffen. Das ist zum Beispiel im Rauental geschehen. Inwieweit an anderen Abschnitten direkte Zugänge zur Wupper geschaffen werden könnten, müsse man sich genau ansehen, sagte der Vorstand. Bei der Schaffung der Flusszugänge müssten Sicherheitsaspekte berücksichtigt werden. Gemeinsam mit dem Verein Neue Ufer werde man prüfen, wo Zugänge möglich und sinnvoll sind.

Die Maßnahmen sind Teil der Renaturierung der Wupper, die bis 2025 auf einer Strecke von 15 Kilometern naturnah gestaltet werden soll - bislang sind 8,5 Kilometer geschafft. Ziel ist es, dem Fluss wieder mehr Dynamik und Natürlichkeit zu geben. Dazu wird das Flussbett mit Steinen aufgelockert: Das sorgt für eine abwechslungsreiche Strömung, die mehr Sauerstoff in den Fluss bringt und die Wiederansiedlung von Fischarten wie Aal oder Lachs fördert. Das Land NRW unterstützt die Renaturierungsmaßnahmen.

Eine weitere Maßnahme zur naturnahen Umgestaltung des Flusses ist ab August oder September im Bereich Pfälzer Steg in Oberbarmen vorgesehen. Der dort in Angriff genommene Abschnitt erstreckt sich über eine Länge von 1,1 Kilometern. Dort ist eine alte Wehranlage bereits teilweise abgetragen worden. Als dritte Etappe für dieses Jahr steht ein rund 900 Meter langer Abschnitt am Vorwerk-Gelände in Laaken an. In der zweiten Hälfte 2017 sollen dort die Arbeiten am Gewässer in Angriff genommen werden.

Zudem will der Wupperverband gezielter über die Pegelstände und die Entwicklung eines möglichen Hochwassers informieren. Dazu soll im April ein Hochwasserportal im Internet freigeschaltet werden, auf das neben Behörden und Rettungsdiensten auch jeder Bürger Zugriff haben soll.

Der Verband prüft derzeit überdies den Neu- beziehungsweise Umbau der Klärschlammverbrennungsanlage in Buchenhofen. Hintergrund ist, dass für dieses Frühjahr auf Bundesebene die Novelle der Klärschlammverordnung ansteht. Darin soll festgeschrieben werden, dass aus der Verbrennungsasche des Schlamms künftig Phosphor gewonnen werden muss. Um die Anlage in Buchenhofen aus den 1970er Jahren umzurüsten, müsste ein zweistelliger Millionen Betrag investiert werden, so Wulf.

Der Wupperverband betreibt die Anlage in Buchenhofen mit weiteren Klärschlammerzeugern. Pro Jahr werden dort rund 120 000 Tonnen Klärschlamm verarbeitet und verbrannt. Man prüfe nun, ob es sich wirtschaftlich rechnet, den Standort entsprechend technologisch umzurüsten.

Für seine elf Kläranlagen hat der Wupperverband zudem ein Investitionsprogramm aufgelegt: Bis 2020 sollen jährlich zehn Millionen Euro investiert werden, um Reinigungsverfahren und den Energiebedarf der Anlagen zu verbessern. Ziel sei es unter anderem, die Kläranlagen energetisch autark zu machen, sagte der stellvertretende Vorstand des Wupperverbandes, Volker Erbe.

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