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Remscheider Imker kämpfen gegen die amerikanische Faulbrut

Remscheider Imker kämpfen gegen die amerikanische Faulbrut

Imkervereinigung setzt auf Information über die Vereine.

Remscheid. Sterben die Bienen jetzt aus? Oder sollte man jetzt besser keinen Honig mehr essen? Verunsicherung macht sich bei denjenigen breit, die die Bekanntmachung des Bergischen Veterinäramtes zur „Amerikanischen Faulbrut“, eine Bienenseuche, gehört oder gelesen haben. Eine ernste Situation mit Sicherheit — aber vorerst nur für die Imker und die Brut ihrer Bienenvölker.

„Der Verzehr von Honig ist für den Menschen völlig unbedenklich“, weiß Jürgen Grahlke, Imker und momentan einziger Bienenseuchen-Sachverständiger in Remscheid. „Es handelt sich bei der früher als bösartige Faulbrut bekannten Seuche um eine reine Brutkrankheit, die auch die erwachsenen Bienen nicht befällt.“

Turbulente Tage liegen hinter dem vom Veterinäramt bestellten Sachverständigen: In einem Umkreis von einem Kilometer rund um den Standort des positiv kontrollierten Volkes müssen akribisch Proben für die Untersuchung der Bienenvölker in der Umgebung des Fundortes genommen werden. „Immens wichtig ist es, den Herd der Krankheit zu finden“, sagt der Imker. „Ernst ist die Lage auf jeden Fall — immerhin gab es ja einen positiven Befund.“ Im Rahmen einer Probenentnahme für das jährliche Gesundheitszeugnis, das Imker benötigen, um zum Beispiel mit ihren Bienen in Obstanbaugebiete zu reisen, wurde eine sehr geringe Zahl an Sporen der Amerikanischen Faulbrut in einer einzelnen Probe nachgewiesen. „Optisch war ein Befall der Brutwaben für mich nicht zu erkennen, was bei einem starken Ausbruch die Regel ist“, erzählt Grahlke. „Und mehr als der einzelne Nachweis von Sporen bei einem Volk mit Standort an der Grenze zu Wuppertal auf Remscheider Gebiet ist bisher nicht passiert.“

Grahlke und seine Imkerkollegen appellieren eindringlich an alle noch nicht organisierten und beim Veterinäramt registrierten Hobbyimker, sich nachträglich zu melden. Über das Veterinäramt ist außerdem zu erfahren, ob man selbst im momentanen Radius der Beprobung steht. „Außerdem kann ich allen Imkern nur ans Herz legen, sich einem Verein anzuschließen“, so der Sachverständige. „Über die Vereine erhält man wichtige Informationen, Unterstützung in solch schwierigen Situationen und jede Menge Erfahrung der anderen Imker.“

„Wir sind ein gutes Team aus Amtsveterinären und den bestellten Sachverständigen — allerdings ist der Ausgang der momentanen Situation noch völlig unklar“, sagt Jürgen Grahlke.

Am morgigen Freitag trifft sich die Imkervereinigung Remscheid/Ronsdorf-Graben um 19 Uhr in der Naturschule Grund. Hierzu ist jedermann willkommen.