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Rechtskräftig: Drei Jahre Haft für Ex-Hellwig-Prokuristen

Rechtskräftig: Drei Jahre Haft für Ex-Hellwig-Prokuristen

Rudolf Masur zog seine Berufung doch noch zurück.

Wuppertal. Das Justizzentrum war menschenleer, als am vergangenen Mittwoch um 22Uhr das Fax einging. Inhalt: Rudolf Masur, viele Jahre allgegenwärtiger Prokurist des traditionsreichen Hellwig-Möbelmarktes in Langerfeld, hat seine Berufung gegen seine erstinstanzliche Verurteilung vom 14.September 2006 zurück genommen.

Das damalige Verfahren trug zeitweilig Züge einer Seifenoper. An die 50Zuschauer - größtenteils Hellwig-Mitarbeiter - sahen mit an, wie sich Masur wie ein Schuljunge bei Möbelmarkt-Chef Bernd Hellwig entschuldigte. Seinerzeit bestätigte Hellwig auf WZ-Nachfrage, dass er den Ennepetaler schon als Erben in seinem Testament eingesetzt hatte. Warum ein beruflich so gut versorgter Mann wie Masur eine derartige kriminelle Energie entwickelte, blieb unklar. Keine Frage: Der 54-Jährige drehte einst in seiner Ennepetaler Heimat as große Rad. Er saß für die CDU im Stadtrat, engagierte sich in der Kirche und pumpte Geld in die Kicker des VfLRüggeberg.

Wie die Masur-Hellwig-Geschichte weitergeht, ist offen. Die WZ erfuhr am Donnerstag, dass sich der einst vor dem Amtsgericht bekundete Wiedergutmachungswille des Ex-Prokuristen noch nicht wirklich in Zählbarem niedergeschlagen haben soll. Wann der 54-Jährige ins Gefängnis muss, entscheidet demnächst die Staatsanwaltschaft.