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Rechner-Kollaps: Mehr als 100 Ampeln sind nicht mehr im Takt

Rechner-Kollaps: Mehr als 100 Ampeln sind nicht mehr im Takt

Ein zentraler Verkehrsrechner für Ampeln ist zusammengebrochen — wegen Überalterung. Es wird noch Wochen dauern, bis das System wieder läuft.

Wuppertal. Nicht nur W.Zetti ist es aufgefallen: Vor allem im Wuppertaler Westen läuft es seit einigen Tagen mit der grünen Welle noch weniger rund als sonst. Am gestrigen Mittwoch verriet die Stadt den Grund dafür: Der sogenannte Verkehrsrechner Mitte, der 102 Ampeln in Elberfeld, Vohwinkel und Cronenberg steuert, ist wegen Überalterung zusammengebrochen. Die Folge: Statt grüner Welle drohen an zentralen Punkten im Stadtverkehr jetzt Blechlawinen.

Betroffen sind nach Angaben von Johannes Blöser, Abteilungsleiter Straßenverkehrstechnik der Stadtverwaltung, etwa die Talachse zwischen Döppersberg und Haspeler Brücke, die Gathe und die Uellendahler Straße bis zur Saarstraße sowie die wichtige Kreuzung Saarstraße/Opphofer Straße/Schwesterstraße. Dazu kommen viele Ampeln auf Hahnerberger Straße und Hauptstraße, an der Hochstraße sowie auch in Vohwinkel an der Gräfrather Straße und am Westring.

Zwar muss an diesen und anderen Stellen kein Autofahrer Angst davor haben, dass etwa auf einmal alle vier Ampeln gleichzeitig Grün zeigen könnten, wie Blöser versichert: „Die Rot-Gelb-Grün-Schaltung ist an allen Ampeln dezentral gesteuert und damit nicht betroffen.“

Was dagegen völlig aus dem Takt geraten ist, ist die intelligente Steuerung des Verkehrsflusses — die Abstimmung der Ampel-Kreuzungen untereinander. Was das bedeutet, war etwa am Mittwochmorgen an der Autobahn-Abfahrt Elberfeld zu beobachten: Die Autos, die von der A 46 kamen, gerieten in einen langen Rückstau, weil an der Kreuzung am Opphof der Vorrang für den von der Autobahn kommenden Verkehr nicht mehr gegeben ist.

Mit solchen Situationen müssen die Wuppertaler etwa zwei Wochen leben, so Blöser. Denn die Reparatur des Systems wird mindestens bis zum 18. Juli dauern — weil an jeder betroffenen Ampel neue Kommunikationselemente eingesetzt werden müssen. Und danach muss das System noch justiert werden, damit die Ampelphasen wieder sekundengenau aufeinander abgestimmt sind. Das kann sich sogar bis Ende Juli hinziehen.

Kleiner Trost: Ab Montag sind Ferien — und damit ist auf Wuppertals Straßen ohnehin weniger los.