Rauminstallation „Die Box“ verbindet in Wuppertal junge Künstler

Ausstellung : Rauminstallation verbindet Künstler

Vier junge Kunstschaffende setzen mit „Box“ ein Zeichen für ihre Generation.

Beim Betreten des hohen Raums sticht sie direkt ins Auge, die „Box“. Ein quadratischer Raum, inmitten des großen Raums. Ringsum Gegenstände, Bilder, Interaktionen. Kunst, die sich kaum erklären lässt. Über einer Skulptur auf dem Fußboden hängen Wäscheklammern, an denen bunte Kleidung befestigt ist. Dahinter eine blaue Wand aus Bildern, bedruckt mit digitalen Schriftzeichen. Durchquert man den engen Durchgang auf der rechten Raumseite, kommt man schließlich zum Vordereingang der „Box“. Darin eine junge Frau, die vorliest.
Hinter all dem versteckt sich eine Vision, wie Lisa Thiele, Initiatorin des Projektes beschreibt: „Die Ideen vierer ganz unterschiedlicher, junger Künstler in einem visuellen Rahmen darzustellen.“ Der Grund für das Projekt sei das Bedürfnis von Thiele und Mitinitiatorin Hanna Kuster, Kunst in einem architektonischen Konstrukt zu verbinden.

Seit vier Jahren stellen junge Künstler und Kuratorenteams in den sonst ungenutzten Sommermonaten, Leben in den Ausstellungsraum des Kunstvereins an der Hofaue. So entstand in diesem Jahr das Ausstellungsprojekt „Box“, das die Ideengeber Stella Jermann, Manuel Gröger, Nico Pachali und Jonas Hohnke zusammenbringt. Mit ihren Werken wollen die aus Düsseldorf, Hannover und Wuppertal stammenden Künstler auf ihre Generation hinweisen. Die Subjektivität der Arbeit und die andauernde Suche nach Bewegung. Ganz nach dem Motto: Kunst liegt im Auge des Betrachters.

Die Idee entstand, als sich die Künstler und Initiatoren des Projektes an der Kunstakademie Düsseldorf zusammenfanden. „Wir haben überlegt, wie wir zusammenpassen, die Box war das Resümee,“ so Thiele. Sie führt fort, dass ihre Aufgabe darin besteht, Themen zu verhandeln, die das Publikum und die Gesellschaft weiterbringen.

„Meine Arbeit ist eigentlich abwesend“, erklärt Stella Jermann, eine der Ausstellerinnen. Basis ihres Projektes ist der Vorgang des Badens. „Einem Ritual ähnelnd“, führt die Künstlerin fort. Ihre performative Arbeit führte die junge Studentin in einem Gesamtzeitraum von drei Jahren mit unterschiedlichen Menschen an immer demselben Ort durch. Wie man sich das vorstellen kann? „Zwei Menschen treffen sich zum Baden in zwei Wannen zusammen, irgendwo in der Natur in Aachen“, visualisiert Jermann. In der Ausstellung befinden sich keine Bilder ihrer Arbeit wie man meinen könnte, sondern vielmehr der Entstehungsprozess. Der Grund: Jermanns Arbeit soll nicht direkt sichtbar sein, sondern vielmehr über den mündlichen Austausch der Besucher visualisiert werden.

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