Ratiopharm-Ermittlungen: Verfahren gegen 13 Wuppertaler Ärzte eingestellt

Ratiopharm-Ermittlungen: Verfahren gegen 13 Wuppertaler Ärzte eingestellt

Ärztekammer Düsseldorf prüft anhand der Ermittlungsakten, ob standeswidriges Verhalten vorlag.

Wuppertal. Die Wuppertaler Staatsanwaltschaft hat die Ermittlungen gegen 13niedergelassene Ärzte und vier Ratiopharm-Vertreter eingestellt.Hintergrund: Seit Jahren hat die Staatsanwaltschaft Ulm im gesamtenBundesgebiet Mitarbeiter des Pharmakonzerns Ratiopharm und niedergelasseneÄrzte im Visier. Der Verdacht: Ärzte sollen dafür, dass sie ihren Patientenvornehmlich Ratiopharm-Produkte verschrieben, eine Umsatzbeteiligung von biszu acht Prozent des Händlerpreises erhalten haben.

Wie berichtet, hat dieErmittlungsbehörde in Ulm im Sommer etwa 2800Verfahren gesplittet und anStaatsanwaltschaften in ganz Deutschlandabgegeben. Die Ermittler ausWuppertal sehen allerdings keine rechtlicheHandhabe. Es sei kein Betrug zumNachteil der Krankenkassen feststellbar.Ähnlich begründen die Behörden inBochum und Paderborn ihre jeweiligenEinstellungsverfügungen.

Gleichwohlhaben die Wuppertaler Fahnder ihre Ermittlungsakten an dieÄrztekammer inDüsseldorf weitergereicht. Dort werde geprüft, ob es sich beidenWuppertaler Fällen um standeswidriges Verhalten gehandelt haben könnte.Ergebnisse wird es wohl erst im kommenden Jahr geben.Die Einstellung inWuppertal kommentierte der Sprecher derStaatsanwaltschaft in Ulm mit den Worten: "Das ist dieRechtsauffassung der Wuppertaler Kollegen." InUlm wurden im Zuge derRatiopharm-Ermittlungen bereits im SommerStrafbefehle gegen Ärztebeantragt. Darüber entschieden ist noch nicht. Und:Eine höchstrichterlicheEntscheidung gibt es natürlich auch noch nicht. spa