1. NRW
  2. Wuppertal

Rathaus-Galerie: „Es herrscht Handlungsbedarf“

Wuppertal : „Es herrscht Handlungsbedarf“

Ankündigungen des Eigentümers kommen gut an — stoßen aber auch auf Skepsis.

Wer im Umfeld der Rathaus-Galerie zu der Shopping-Mall befragt wird, dem fällt meist wenig Positives ein. Händler wie Passanten erzählen dann oft „von früher, als es noch besser lief“. Auch Hans-Jürgen Vitenius (SPD), Bezirksbürgermeister von Elberfeld, der sich noch gut an die Eröffnung 1995 erinnern kann, spricht von erfolgreichen Zeiten in der Vergangenheit — und dringendem Handlungsbedarf für die Gegenwart. Die Ankündigung, dass sich der Eigentümer nun selbst um die Galerie kümmere und eine Neukonzeption angehen will, sieht er positiv.

Aus Sicht der Politik wolle man das gerne unterstützen, es bleibe aber auch Skepsis. Denn das Angebot habe man in der Vergangenheit auch gemacht und nicht einmal eine Antwort bekommen. Dass der Eigentümer nun auch die Öffentlichkeitsarbeit verbessern will, nehme er deshalb gerne zur Kenntnis. Dafür, dass der Eigentümer seine Pläne mal der Lokalpolitik erläutern würde, biete er sogar eine Sondersitzung der Bezirksvertretung an.

Abzuwarten ist auch, wie die Mieter reagieren. Ein Gastronom hatte kürzlich gegenüber der WZ eine Befürchtung geäußert, die viele teilen: Dass die Ankündigungen Ankündigungen bleiben, sprich, dass sich wieder nichts tun wird.

Dass sich aber der Eigentümer nun direkt eingeschaltet habe, Vertreter auch an Gesprächen mit der Stadt teilnähmen, wertet die Wirtschaftsförderung als positives Signal. Man habe den Eindruck, „dass es ihnen wirklich um umsetzbare Ideen geht“, sagt Marco Trienes, zuständig für das Thema Einzelhandel.

Dass viel mehr als zwei Jahre vergangen seien, bis der Eigentümer mit personellen Wechseln auf die Situation reagiert habe, sei für die Branche nicht unüblich, so Trienes. Es sei aber klar, dass dies für Außenstehende manchmal nicht nachvollziehbar sei.

Auch wenn sich Stadt und Wirtschaftsförderung zu den Details der Planungen nur zurückhaltend äußern wollen, sei die Idee, die Gastronomie in der Galerie auszubauen, vielleicht in Verbindung mit dem Willy-Brandt- und dem Karlsplatz eine gute. Es gehe darum, „Erlebniseinkaufen zu schaffen“.

Wobei der Karlsplatz, von dem ein Eingang in die Mall führt, ein Problemfall bleibt. Die Eigentümersituation — er gehört weder der Stadt noch der Galerie, sondern einem Investor — macht eine Umgestaltung schwierig. Dass sie notwendig ist, da sind sich aber alle einig. Man müsse sich zusammensetzen, sagt Trienes. Auch der Galerie-Besitzer kündigt Interesse an und würde sich in die Neukonzeption einbringen. Aber auch das sind Ankündigungen, die in der Vergangenheit öfter zu hören waren. est