Randale auf dem Ölberg: Autonome besetzen ein Haus

Randale auf dem Ölberg: Autonome besetzen ein Haus

Großeinsatz der Polizei an der Marienstraße: In der Nacht auf Sonntag wurden dort Reifen an Polizeiautos zerstochen, Papiercontainer brannten.

Wuppertal. Auf dem Elberfelder Ölberg herrschte am Samstagabend der Ausnahmezustand. Auslöser eines mehrstündigen Polizeieinsatzes, an dem über 100 Polizisten beteiligt gewesen sein sollen, waren sieben Personen aus der linken Szene, die gegen 22 Uhr in ein seit vier Jahren leerstehendes Haus an der Marienstraße eindrangen. An der Fassade des Hauses brachten sie Plakate an, mit denen sie für den Erhalt des Autonomen Zentrums an der Gathe protestierten.

Als die Polizei die Eindringlinge in Gewahrsam nahm, versammelte sich auf dem benachbarten Otto-Böhne-Platz spontan eine Gruppe von 50 Personen, die — so die Polizei — den Einsatz „lautstark kommentierte.“ Die Polizisten am Einsatzort forderten daraufhin Verstärkung durch die Bereitschaftspolizei an.

Während es auf dem Otto-Böhne-Platz friedlich blieb, gingen an der Wülfrather Straße, Gertrudenstraße und Sattlerstraße Altpapiercontainer in Flammen auf. Vier Polizeifahrzeuge wurden von Unbekannten mit Tritten beschädigt, Scheibenwischer wurden abgebrochen. An zwei Fahrzeugen wurden je zwei Reifen, an einem weiteren ein Reifen zerstochen.

Während des dreistündigen Polizeieinsatzes waren die betroffenen Straßen komplett abgeriegelt. Die Hausbesetzer wurden in der Nacht wieder freigelassen. Die Kriminalpolizei ermittelt gegen die unbekannten Randalierer und die Hausbesetzer wegen Hausfriedensbruchs und Sachbeschädigung. Weitere Angaben zum Stand der Ermittlungen wollte ein Polizeisprecher gestern nicht geben. Die genaue Zahl der eingesetzten Polizeibeamten nannte er aus taktischen Gründen nicht.

Hans Jürgen Vitenius, Bezirksbürgermeister in Elberfeld, zeigte sich gestern überrascht von der nächtlichen Randale. „Das Haus an der Marienstraße zu besetzen, kann nicht das Ziel gewesen sein. Meines Wissens wollen die Autonomen an der Gathe bleiben. Es stellt sich jetzt die Frage, was die Autonomen mit dieser Aktion überhaupt bezwecken wollten.“

Für den 18. Oktober hat die autonome Szene eine „Kampf- und Tanzdemo“ zum Erhalt des Autonomen Zentrums an der Gathe angekündigt. Die Stadt plant, das Autonome Zentrum von der Ecke Markomannenstraße/Gathe an einen anderen Standort zu verlegen. Am Standort des AZ will die DiTiB-Elberfeld-Türkisch Islamische Gemeinde eine Moschee und ein Gemeindezentrum bauen. Die Politiker haben sich bereits für den Bau der Moschee ausgesprochen.

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