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Rädchen: Ronsdorfer klagen gegen das Bauvorhaben

Rädchen: Ronsdorfer klagen gegen das Bauvorhaben

Der Protest gegen die Wohnhäuser auf der grünen Wiese hält an. Einige Anwohner ziehen vor Gericht.

Wuppertal. Trotz massiver Proteste ist das Bauvorhaben Rädchen auf den Weg gebracht worden - daran konnten auch mehr als 50 Eingaben und eine lange Unterschriftenliste nichts ändern.

Die Ratsmehrheit aus CDU und SPD hat entschieden, doch der Widerstand dauert an. Und längst dreht sich die Debatte nicht mehr allein um die geplanten acht Ein- und Mehrfamilienhäuser auf der grünen Wiese.

Den Gegnern geht es auch um die Ratsentscheidung gegen das Votum der Bezirksvertretung Ronsdorf und um Missachtung des Bürgerwillens im Wuppertaler Süden, so die Vorwürfe der Initiative Bündnis Heusiepen, einem Zusammenschluss von Anwohnern, die sich gegen das Wohnhausprojekt wehren. Man wolle die Entscheidung nicht hinnehmen, sagt Haimo Bullmann, Sprecher der Bürgerinitiative - einige der Anwohner ziehen nun vor Gericht.

Nach WZ-Informationen ist eine sogenannte Normenkontrollklage gegen den vorhabenbezogenen Bebauungsplan bereits vorbereitet und soll in Kürze beim Oberverwaltungsgericht in Münster eingereicht werden. In dieser Klage wehren sich fünf Grundstückseigentümer gegen das Bauvorhaben mit der Begründung persönlicher Beeinträchtigung.

Das Bündnis Heusiepen hatte für potenzielle Kläger ein Spendenkonto eingerichtet, und Haimo Bullmann sieht durchaus eine Aussicht auf Erfolg: "Ich sitze hier vor Aktenordnern - wäre ich nicht optimistisch, würden wir den Schritt kaum gehen."

Unterdessen wird in Ronsdorf geredet. Weiterhin steht das Gerücht im Raum, Mitglieder der beiden großen Parteien hätten für den Plan gestimmt, weil sie gleichzeitig im Aufsichtsrat der Sparkasse sitzen - der Bauträger Pro Objekt sei ein Partner der Stadtsparkasse Wuppertal.

Diesen Gerüchten widerspricht Sparkassen-Vorstand Peter Vaupel vehement. "Glauben Sie, ich lasse mir von Verwaltungsratsmitgliedern sagen, was ich zu finanzieren habe?", fragt er rhetorisch und fügt an: "In einer Verwaltungsratssitzung werden Bauvorhaben nicht einmal diskutiert."

Die Sparkasse, das steht nach WZ-Informationen fest, finanziert dem Bauträger Pro Objekt die Vorhaben in Ronsdorf. Vaupel stellt aber klar: "Das ist ein Kunde von uns und kein Partner." "Ich bin selbst Ronsdorfer und wundere mich, was da alles an Gerüchten gestreut wird", ärgert sich der Sparkassen-Chef.