Radler, Skater, Wanderer: Auf der Trasse herrscht Frieden — meistens

Radler, Skater, Wanderer: Auf der Trasse herrscht Frieden — meistens

Wie gut kommen Radfahrer, Fußgänger und Inlineskater auf der Nordbahntrasse miteinander zurecht? Ein Stimmungsbild.

Wuppertal. Ohne nach rechts oder links zu blicken, steuert die ältere Dame am Zugang Loh zielstrebig auf die Nordbahntrasse zu — und bleibt erschrocken stehen. Gerade noch rechtzeitig kann der herankommende Radfahrer bremsen und den Zusammenprall mit ihr verhindern. Er schüttelt den Kopf, ermahnt zu mehr Achtsamkeit und fährt weiter.

Eine Szene, wie sie öfter zu erleben ist — vor allem bei schönem Wetter wie am vergangenen Sonntag, wenn es Spaziergänger, Radfahrer, Jogger und Inlineskater gleichermaßen in Scharen auf die Trasse zieht. Auch Michael Kaltenbronn und Dirk Rode sind dort mit ihren Mountainbikes unterwegs. Sie loben den Radfahrer für seine Geistesgegenwart.

Zu einer solchen Situation würde es sicher immer wieder mal kommen, aber: „Hinsichtlich der vielen Besucher kann man wirklich sagen, dass sich, im Gegensatz zu anderen Strecken, die Menschen auf der Nordbahntrasse mit Rücksicht und Respekt begegnen“, sagt Kaltenbronn. Kritik übt er dennoch: „Es müsste eine klare Trennung geben zwischen den zum Gehen oder Joggen vorgesehenen Streckenbereichen und denen zum Befahren. Es gibt Leute, die schaffen es, zu dritt die komplette Trasse zu blockieren.“ Genauso rücksichtslos sei es aber, wenn Radfahrer wie wild rasen.

Über rasende Radler hat sich auch Wolf Seibel schon ein paar Mal geärgert. Doch auch sein Fazit fällt positiv aus: „Probleme hatten meine Frau und ich noch nie auf der Trasse. Einmal haben wir uns über ein Quad geärgert, das mit Vollgas über die Trasse gebrettert ist.“ Doch so etwas seien Einzelfälle, die Mehrheit verhalte sich rücksichtsvoll.

Die Joggerinnen Anne-Marie und Isabell Paxa können den Eindruck bestätigen, dass die Trassenbesucher verstanden haben, wie ein gelungenes Miteinander auszusehen hat. „Uns hat noch niemand über den Haufen gefahren oder irgendwie behindert. Es ist friedlich, das Joggen auf der Trasse macht Spaß.“

So kann es bleiben. Um das Gefahrenpotenzial allerdings möglichst gering zu halten, haben Kaltenbronn und Rode einen Tipp: „Ob zu Fuß oder auf dem Rad, wer öfter auf der Trasse unterwegs ist, findet schnell heraus, zu welchen Zeiten er die Trasse besser oder schlechter nutzen kann. Wenn es nicht nötig ist, müssen Radler oder Skater ja nicht unbedingt sonntags am Mittag losfahren“, sagt Rode, und Kaltenbronn rät: „In Tunneln, wo die Strecke durch Baugerüste verengt ist, sollten Spaziergänger nicht neben-, sondern hintereinandergehen. Denn oft sind sie im Dunkeln überhaupt nicht zu erkennen.“

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