Radler setzen in Wuppertal ein Zeichen für fairen Handel

Tour de fair : Radler setzen Zeichen für fairen Handel

Tour de Fair machte Halt in Wuppertal. Ein Zwischenstopp lag an der Utopiastadt.

Für die 18. „Tour de Fair“ versammelten sich Weltladen-Mitarbeiter aus ganz Deutschland, um eine Woche vom 5. bis zum 11. August gemeinsam durch Nordrhein-Westfalen zu radeln. „Unser Ziel ist mehr Aufmerksamkeit,“ erklärte Ulrich Halbach, Mitglied der Steuerungsgruppe „Runder Tisch Fairer Handel“ in Wuppertal, am Mittwoch. Neben dem sportlichen Aspekt ginge es bei der Fahrradtour vor allem darum, die Idee des Fairen Handels bekannter zu machen. Zwar kenne gut die Hälfte der Deutschen das Weltladen-Logo, doch sei der Aufklärungsbedarf weiter groß, betonte Halbach.

Die diesjährige Tour führt von Remscheid-Lüttringhausen durch das Bergische Land über Wuppertal bis nach Duisburg. In sieben Tagen bewältigen die Teilnehmer eine Strecke von fast 300 Kilometern entlang von  Wupper, Rhein und Ruhr. Am Mittwochmorgen erreichten die Radler das Café Nordbahntrasse in Oberbarmen. Nach einem kurzen Vortrag über die Entwicklung der Textilindustrie in Wuppertal, fuhr die „Tour de Fair“ über die Nordbahntrasse zur „Utopiastadt“ am Mirker Bahnhof. Vor Ort wurden die Aktivisten von Bürgermeisterin Ursula Schulz begrüßt. „Das Engagement der Radler ist vorbildlich“ lobte sie. Sie betonte auch, dass Wuppertal aufgrund des Gepa–Hauptsitzes in Vohwinkel ein wichtiger Standort für den fairen Handel sei.

„Für die Tour de Fair ist Wuppertal besonders relevant, weil wir eine Fairtrade–Stadt sind“, ergänzte Ulrich. Nachdem Wuppertal bereits 2010 mit dem „Fairtrade Award“ ausgezeichnet worden war, bewirbt sich die Stadt aktuell um den Titel „Hauptstadt des Fairen Handels“.

Über den gesamten Tag verteilt, besuchten die Radler drei von fünf Weltläden in der Stadt. In Deutschland praktizieren die rund 800 Weltläden Handel entsprechend der zehn Kriterien der World Fair Trade Organization (WFTO). Das Hauptziel ist die Chancenverbesserung für Produzenten im globalen Süden, die Schaffung gerechter Arbeitsbedingungen sowie die Möglichkeit, Produkte zu einem fairen Preis abzusetzen.

Auch der Weltladen „Mundo Fair“ in Elberfeld, der von der „Tour de fair“ besucht wurde, setzt sich für einen fairen Handel ein. Die Waren stammen aus Mittel- und Südamerika, Afrika und Asien von im Welthandel benachteiligten Handelspartnern. Der Gepa–Laden wurde 2010 als Ehrenamt gegründet. „Mittlerweile sind wir der einzige Weltladen als Familienunternehmen in Deutschland“, verrät die stolze Inhaberin Viola Martinez Oporto.

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