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Quietschverbot für die Schwebebahn

Quietschverbot für die Schwebebahn

Die Kehre vor der Wagenhalle macht immer noch Probleme — und die FDP jetzt Druck: Die Stadtwerke installieren dort nun eine Schmieranlage wie in Vohwinkel.

Wuppertal. Punktlandung zum bundesweiten Tag gegen Lärm am Mittwoch: Per Anfrage in der Bezirksvertretung Oberbarmen — sie tagt am 7. Mai — will die FDP wissen, was gegen den Schwebebahnlärm in Oberbarmen unternommen wird. Wie berichtet, sorgt die laute Kehrtwende der Wagen in Höhe der neuen Wagenhalle seit Monaten für Kritik.

„Die Minimierung der Lautstärke beim Wendemanöver in der kleinen Kehre ist bislang nicht eingetreten“, konstatieren die Freien Demokraten, die sich auch auf die Berichterstattung der WZ stützen. „Das Quietschen der Schwebebahnwagen ist bis auf das Bergische Plateau gut hörbar.“ Private Messungen an der Langobardenstraße hätten „je nach Wetterlage und Windrichtung Emissionen von bis zu 87 Dezibel ergeben.“ An der Endhaltestelle ist von 98 Dezibel beim Wendemanöver die Rede. „Je nach Taktung alle vier Minuten von der Inbetriebnahme am frühen Morgen bis zum Dienstende am späten Abend.“ Das gefährde die Gesundheit der Anwohner.

Bereits ab einer Dezibelgrenze von 85 könne Lärm auch kurzfristig für gesundheitliche Probleme sorgen, heißt es in der Anfrage mit Hinweis auf die Lärmtabelle des Deutschen Berufsverbandes der Hals-Nasen-Ohrenärzte.

Dass es beim Wendemanöver in Oberbarmen zu laut ist, haben die Stadtwerke auf WZ-Nachfrage wiederholt eingeräumt. Jetzt ist Abhilfe in Sicht: Wie die WSW am Mittwoch berichteten, steht die Montage des geplanten Schienen-Schmiersystems bevor. Wie gemeldet, ist eine solche Anlage bereits an der Kehre in Vohwinkel im Einsatz und wurde auf ihre Tauglichkeit in Oberbarmen hin getestet. Untersucht wurde nicht zuletzt, ob sich der Einsatz auf Bremswege auswirkt.

Wie Unternehmenssprecher Holger Stephan erklärt, soll die Anlage Ende Mai in Betrieb sein und nach einem Ortstermin mit der beauftragten Firma am Freitag ab der nächsten Woche installiert werden. Flankierend dazu sind vor und nach der Montage Lärmmessungen geplant. Generell gehen die WSW davon aus, dass auch die neuen Wagen das Wuppertaler Wahrzeichen etwas leiser machen. Die markanten Fahrgeräusche auf der Strecke ergeben sich aber auch daraus, dass der Stahl auf dem Fahrweg bei einer Belastung mit 25 Tonnen Gewicht pro Wagen zwangsläufig „arbeitet“ und für das „Schnalzen“ sorgt, bevor der Zug in Sichtweite ist. So etwas lasse sich auch in Zukunft nicht vermeiden, erklärt Stephan, zumal auch die neuen Wagen in etwa dieses Gewicht haben.

Aber selbst das kommt vor: Während einer Betriebspause meldete sich ein Anwohner der Kaiserstraße bei den WSW — mit Hinweis darauf, dass er nicht schlafen könne, weil ihm das Geräusch der Schwebebahn fehlt. Das sehen die Oberbarmer — wie berichtet — seit Monaten anders.