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Prozess: Aus Fremdenhass und Langeweile Feuer gelegt?

Prozess: Aus Fremdenhass und Langeweile Feuer gelegt?

Drei junge Leute aus der rechtsradikalen Szene stehen am Freitag wegen Brandstiftung vor Gericht. Laut Anklage beläuft sich der Schaden für die Wäscherei Voss auf 10 Millionen Euro.

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p class="text"><strong>Wuppertal. Mit Spannung wird am Freitag der Strafprozess gegen drei junge Leute erwartet. Eine Wuppertalerin (17), ihr Freund (20) und ein 16-Jähriger aus der Eifel müssen sich wegen schwerer Brandstiftung verantworten. Das inhaftierte Trio soll gestanden haben, im vergangenen Oktober dieses Jahres die Wäscherei Voss an der Rheinstraße und ein an der Steinbeck geparktes Spielmobil der Stadt angezündet zu haben. Der Schaden beläuft sich insgesamt auf zehn Millionen Euro.

Spielmobil angezündet, weil dort Ausländerkinder spielten?

Weil es die Geständnisse gibt, könnte die juristische Aufarbeitung des Falls wie geplant am Freitag erledigt sein. Für Gesprächsstoff ist trotzdem gesorgt. So rechnen sich die drei jungen Leute der rechtsextremen Szene zu. Die 17-Jährige soll als Motiv für das Anzünden des städtischen Spielmobils angegeben haben, da würden ja immer so viele Ausländerkinder spielen. Der Voss-Brand sei mehr oder weniger aus Langeweile gelegt worden - um mal wieder "einen Kick" zu kriegen, wie es in einem der Geständnisse heißen soll.

Laut Staatsanwaltschaft lernte der Jugendliche aus der Eifel das Wuppertaler Pärchen über eine entsprechende Internet-Seite kennen. Wenig später soll der 16-Jährige sein Elternhaus in Prümzurlay Richtung Wuppertal verlassen haben, zog bei dem Pärchen ein, wohnte damit ganz in der Nähe der Wäscherei Voss.

Der Eifeler verfügte über viel Geld. 3500Euro soll er mitgebracht haben. Geld, das er seinen Eltern gestohlen haben soll. Die hatten keine Ahnung von seinem Aufenthaltsort. Sie meldeten ihren Sohn als vermisst.

Und der jüngste Angeklagte? Die Ermittler gehen davon aus, dass der 16-Jährige das Feuer gelegt hat, um dem Pärchen zu imponieren. Die beiden Wuppertaler sollen wegen diverser kleinerer Delikte bereits bei der Polizei bekannt sein.

Heute steht der Prozess vor dem Jugendschöffengericht bevor. Dort werden die drei wegen ihres Alters "nur" nach Jugendstrafrecht beurteilt. Damit ist die Höchststrafe auf zehn Jahre Haft begrenzt. Seit mehreren Monaten sitzt das Trio in U-Haft. Begründung: Fluchtgefahr.