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Prozess: Anlagebetrug in Millionenhöhe?

Prozess: Anlagebetrug in Millionenhöhe?

49-Jähriger aus der Kohlfurth steht heute vor Gericht.

Wuppertal. Ein 49 Jahre alter Mann muss sich ab heute vor dem Landgericht verantworten. Der Vorwurf: Anlagebetrug und Untreue. Unter anderem soll der Mann 100.000 Euro aus Einlagen seiner Kunden eingesteckt haben.

Die Geschäftsidee des Angeklagten: Der erfolgreiche Vertrieb von in Deutschland produzierten Kunststoffpaletten — Firmensitz war damals in der Kohlfurth — sollten Anleger dazu bringen, in eine in den USA gegründete Aktiengesellschaft (Corporation) zu investieren.

Das Projekt ging schief. Die Firma mit Dependancen in Solingen und Velbert produzierte zwar die Paletten, und tatsächlich stiegen bundesweit mehrere Anleger ein. Doch der große Erfolg blieb aus.

Die US-Firma in Reno (Nevada) ging 2012 pleite. Schon damals soll gegen den Mann aus der Kohlfurth, der mittlerweile am Niederrhein wohnt, jahrelang ermittelt worden sein. Die Staatsanwaltschaft ist sich sicher, dass er sich zweimal am Geld seiner Kunden bedient hat. Laut Anklage waren es einmal 70 000 Euro, beim zweiten Mal 30 000 Euro.

Das Geld habe der Mann für den Eigenbedarf verwendet. Nach WZ-Informationen handelt es sich bei dem 49-Jährigen um einen Handwerker, der ins Anlagegeschäft wechselte. Seine Kunden habe der 49-Jährige — er befindet sich auf freiem Fuß — mit einem Prospekt zum Palettengeschäft getäuscht, heißt es in der Anklage. Umsatzerwartung und Risikofaktoren seien falsch dargestellt worden.

Ob und welchen Schaden der bislang nicht vorbestrafte Mann bei seinem US-Geschäft angerichtet haben soll, ist bislang nicht klar ersichtlich. Nach WZ-Informationen gehen die Ermittler von einem Millionenbetrag aus. Für den Prozess sind vier Verhandlungstage geplant.