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Prozess: 28-Jährige an Wuppertaler B7 überfallen

Kriminalität : Prozess: 28-Jährige an B7 überfallen

Die junge Frau war nachts auf dem Heimweg, fühlte sich bereits unwohl, als ein junger Mann sie ansprach und ihr zu folgen schien. Kurz danach stieß der sie in die Grünanlage an der B7 / Ecke Wittensteinstraße, wollte sie vergewaltigen.

So schilderte es die 28-Jährige am Montag als Zeugin im Landgericht. Angeklagt ist ein 21-Jähriger wegen sexueller Nötigung und Körperverletzung.

„Ich hatte keine Zeit zu reagieren“, sagte die junge Frau, die den Vorfall von der Nacht auf den 2. August 2020 zum Teil nur stockend schildern konnte. Sie habe um Hilfe geschrien und sich gewehrt, er habe auf ihr gelegen, ihr den Mund zugehalten und gesagt, wenn er fertig sei, lasse er sie in Ruhe. Er habe ihr das Kleid hochgeschoben, es sei ihm aber nicht gelungen, sie an intimen Stellen zu berühren: „Ich habe das nicht zugelassen.“

Zwei Passanten konnten die Situation beenden. Beide hatten unabhängig voneinander gesehen, dass der junge Mann der Frau folgte. Einer kam dazu, als der Angeklagte auf ihr saß: „Er wollte sie entweder vergewaltigen oder ermorden“, schloss er. Als der Täter floh, hielt er ihn fest. Als der sich losriss, stoppte ihn der dazugekommene zweite Zeuge. Dann kam die Polizei, die die 28-Jährige gerufen hatte.

Sie hatte blaue Flecken, Schürfwunden und wochenlang Schluckbeschwerden, weil der Täter seinen Arm auf ihren Hals gedrückt hatte. Bis heute schläft sie schlecht, geht im Dunkeln nicht allein nach draußen.

Der Angeklagte wollte zum Prozessstart etwas sagen, aber sein Anwalt ließ die Verhandlung unterbrechen. Danach blieb der Angeklagte stumm. Nach der Aussage der 28-Jährigen bat er: „Bitte verzeihen Sie mir.“ Sie reagierte nicht. Ihm wird zudem noch vorgeworfen, 2019 versucht zu haben, einen 16-Jährigen zu vergewaltigen. Ein Urteil in dem Prozess könnte am 21. Januar fallen.