Ferienprogramm: Projekt Sprachferien: So spielend lässt sich Deutsch lernen

Ferienprogramm : Projekt Sprachferien: So spielend lässt sich Deutsch lernen

200 Kinder und Jugendliche sind den Sommer über in der Stadt unterwegs und erwerben auf diese Weise viel Sprachpraxis.

Deutsch lernen, Spaß haben und sich in der neuen Heimat zurecht finden – das alles bieten auch dieses Jahr die Sprachferien des Zentrums für Integration, Bildung und kulturelle Vielfalt. Zum sechsten Mal finden diese dreiwöchigen Sprachferien statt. Die zehn Gruppen mit 200 Plätzen waren schnell ausgebucht, es gibt bereits eine Warteliste.

„Es macht unheimlich viel Spaß, weil die Kinder viel lernen“, erzählt Heike Waltenberg vom Integrationszentrum. Die Kinder zwischen sechs bis 15 Jahren werden nach ihrem Alter in die Gruppen eingeteilt. Dadurch widmen sie sich unterschiedlichen Themen: Die Kleinen gehen häufiger auf den Spielplatz, die größeren lernen mehr Sportarten kennen. „Wir wollen, dass die Kinder sich orientieren, was man in Wuppertal auch ohne Geld machen kann“, betont Heike Waltenberg. So gehört etwa ein Besuch in einer der Stadtteilbibliotheken zu jedem Programm dazu.

Betreut werden die Kinder und Jugendlichen von Lehramtsstudierenden, die alle das Seminar „Deutsch als Fremdsprache“ besucht haben. Ein Vorbereitungsseminar vermittelt ihnen außerdem Spielideen und Anregungen zum Konfliktmanagement. Zusätzlich wurde in den vergangenen Jahren ein Handbuch mit praktischen Tipps erstellt. Während der Sprachferien bietet das Integrationszentrum einmal pro Woche ein Reflexionstreffen an. Denn immer wieder stehen die Studierenden vor unvorhergesehenen Situationen.

Gleichzeitig werden die Eltern einbezogen. An drei Treffen können sie sich unter fachkundiger Leitung über das Leben in Wuppertal, aber auch persönliche Probleme austauschen. Zwei Vorträge – bei Bedarf auch mit Dolmetscher – informieren über das deutsche Schulsystem und den Umgang mit Kindern in der Pubertät.

Über Seiteneinsteigerklassen und die Schulberatung haben die Familien von dem kostenlosen Angebot erfahren. Mitmachen darf nur, wer seit höchstens zwei Jahren in Deutschland lebt. Dieses Jahr dürfen die Kinder auch im Nordpark an einem Mosaikprojekt teilnehmen und eine Bank gestalten. Außerdem stehen Ausflüge in die Station Natur und Umwelt, den Klettergarten auf der Kaiserhöhe und die Musikwerkstatt Ostersbaum auf dem Programm. Vor jedem Programmpunkt lernen die Kinder dazu passende Vokabeln – damit sie vor Ort verstehen, worum es geht.

Am Freitag, 2. August, zeigen die Kinder dann ab 11 Uhr beim großen Abschlussfest im Haus der Jugend Barmen, was sie erlebt haben. Manche führen dann ein Lied oder einen kleinen Film vor, andere erzählen etwas. Hier sind Gäste gerne willkommen.

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