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Nachgehakt: Projekt Schwarzbachtrasse: „Die Chance ist doch jetzt da“

Nachgehakt : Projekt Schwarzbachtrasse: „Die Chance ist doch jetzt da“

Die Wuppertal-Bewegung will, dass die Stadt bei der Realisierung aktiver wird. Die Verwaltung verweist auf knappe Ressourcen.

Wuppertal.„Wir haben ja keinen Zeitdruck.“ Eine Aussage von Baudezernent Frank Meyer, die man bei der Wuppertal-Bewegung im Bezug auf die Reaktivierung der Schwarzbachtrasse nicht allzu gern hört. „Auch der Kämmerer hat davon gesprochen, dass er eine Realisierung nicht vor 2021 sieht“, sagt Lutz Eßrich. Das, so lässt der zweite Vorsitzende durchklingen, ist der Wuppertal-Bewegung aber zu spät. „Die Chance ist doch jetzt da.“

Die Stadt habe auf jeden Fall großes Interesse, betont Frank Meyer gegenüber der WZ. Schließlich sei die Erweiterung der Trasse eine langgehegte Idee. „Wir unterstützen das natürlich“, sagt Meyer. Dann kommt jedoch das Aber: „Es ist eine Frage von Finanzen und Ressourcen.“ Und er wiederholt noch einmal: „Wir haben ja keinen Zeitdruck.“ Denn die Stadt habe schließlich noch mit der Nordbahntrasse weiterhin ordentlich zu tun und auch andere Projekte zu betreuen. Planung und somit auch Beantragung von Fördermitteln könnten da schwierig werden. In der Vergangenheit hatte die Verwaltung aus Personalgründen zum Beispiel bei der Brücke Remlingrade die Planung teilweise bereits an den Wupperverband abgetreten.

Beim Thema Schwarzbachtrasse würde sich die Wuppertal-Bewegung als Partner anbieten. Das Verhältnis zwischen Verein und Stadt war aber, was beide Seiten einräumen, gerade am Anfang nicht immer frei von Konflikten. „Hemdsärmeligkeit traf auf Ärmelschoner“, hatte Georg Rose, Chefredakteur von Radio Wuppertal, bei der gemeinsam mit der WZ organisierten Wahlbühne im Opernhaus die Situation beschrieben.

Und die ersten Sticheleien gibt es bereits wieder. Carsten Gerhardt, Chef der Wuppertal-Bewegung, kritisiert, dass die Verwaltung sich nicht schon mehr in das Projekt reinhängt. Es fehle ja nur noch jemand, der die Förderanträge verfasst und stellt. Sogar einen Plan über die möglichen Kosten hat Gerhardt bereits aufgestellt. Mit einer Summe zwischen 2,5 und drei Millionen Euro rechnet er.

Zahlen, zu denen Meyer nur knapp entgegnet: „Das kommentiere ich nicht.“ Auch weil nach WZ-Informationen der Verein in einem ersten Entwurf zu den möglichen Sanierungskosten eine der sieben Brücken auf der Trasse vergessen hatte.

Bei der Stadt konzentriere man sich jetzt auf die Gespräche mit der Bahntochter BEG zum Ankauf der Trasse. „Vorher können wir auch gar nichts zu möglichen Kosten sagen“, heißt es aus dem Rathaus. Die BEG selbst schweigt mit Hinweis auf die laufenden Verhandlungen.

Immerhin: Bei der Wahlbühne hatten gleich mehrere Kandidaten betont, dass die Anbindung der Nordbahntrasse an Langerfeld ein wichtiges Thema sei und vorangetrieben werden soll — und Peter Jung hatte verkündet, er freue sich „auf eine weitere Zusammenarbeit mit der Wuppertal-Bewegung“.