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Projekt „Durchblick“ soll Schüler vor der Schuldenfalle schützen

Projekt „Durchblick“ soll Schüler vor der Schuldenfalle schützen

Die Verbraucherzentrale sensibilisiert Schüler im Umgang mit Geld und Werbung.

Wuppertal. Ver- und Überschuldung sind ein zunehmendes Problem — auch in Wuppertal. Besonders besorgniserregend ist dabei, dass die Schuldner immer jünger werden. „Es kommen oft schon 19-Jährige zu mir, die nur durch Handyverträge mehrere tausend Euro Schulden angehäuft haben“, sagt Schuldnerberaterin Anne Schneider von der Diakonie.

Eine Schülerin im Film „Shopping mit Durchblick“ ist erstaunt über ihre monatlichen Ausgaben Um solche Fälle in Zukunft zu verhindern, war jetzt das Projekt „Durchblick“ zu Gast an der Gesamtschule Else-Lasker-Schüler. Einen Tag lang wurden die Schüler des Kunst-Kurses der neunten Jahrgangsstufe auf ihr Einkaufsverhalten hingewiesen und so sensibilisiert.

„Ich war überrascht, dass ich so viel Geld für Technik ausgebe“, sagt der 15-jährige Volkan. Auch andere Schüler waren von der Auswertung der monatlichen Ausgaben überrascht: „Ich bezahle jeden Tag etwa zwei Euro am Kiosk, das sind dann 60 im Monat.“ Der anschließende schwere „Uff“-Seufzer des Schülers sorgte am Dienstag für Gelächter, als der Film „Shopping mit Durchblick“ in der Schule uraufgeführt wurde. Der Film des Medienprojekts hat den Projekttag festgehalten und soll demnächst auch in anderen Klassen und Fächern zur Sensibilisierung gezeigt werden.

„Fast alle Schüler waren extrem überrascht, wie viel Geld sie im Monat für Essen und Kleidung ausgeben“, sagt Anke Woelky, Lehrerin des Kunst-Kurses.

Damit die Schüler ihre Kaufentscheidungen demnächst bewusster treffen, ging Marlene Pfeiffer von der Verbraucherzentrale Wuppertal am Nachmittag des Projekttages mit ihnen shoppen. Für einen Lippenstift, ein Paar Sportschuhe und ein Mobiltelefon sollten die Schüler sich entscheiden. Der maximale Preis war jeweils vorgegeben. Nachdem sie Vergleichstests gelesen und sich so einen Überblick verschafft hatten, gingen die Schüler in Elberfelder Innenstadt auf Shopping-Tour.

Und zumindest an diesem Tag zeigte die Sensibilisierung der Schüler Wirkung: Sie diskutierten mit der Kosmetikverkäuferin über die Vor- und Nachteile verschiedener Lippenstifte, entschieden sich bewusst für ein Modell einer günstigen Marke mit langer Haltbarkeit.

Dass der Verstand beim Einkauf nicht immer das Herz ausschaltet, zeigt der Sportschuh-Kauf. Vorher wurde über Laufstabilität, Qualität und Preis-Leistungs-Verhältnis gesprochen, dann sah eine Schülerin ein Paar „Air Max“ der Marke Nike: „Oh mein Gott . . .“ — die Kaufentscheidung war schon gefallen.