Professor Ronald Frahm wehrt sich gegen Blitzer

Professor Ronald Frahm wehrt sich gegen Blitzer

Ronald Frahm wurde an der Uni geblitzt — zu Unrecht, findet er. Das Geschwindigkeitsschild sei nicht zu sehen.

Wuppertal. Ronald Frahm, Professor für Experimentalphysik an der Bergischen Universität, erhebt Vorwürfe gegen die Wuppertaler Polizei. Er wurde geblitzt — zu Unrecht, findet er. Am Montag verließ er gegen 16 Uhr das Parkhaus an der Max-Horkheimer-Straße. „Ich war völlig verwundert, als ich rausgewunken wurde. Ein Polizist erklärte mir, dass ich mit 45 km/h in einer 30er-Zone unterwegs gewesen sei und nun 25 Euro zahlen müsse. Unsicher geworden habe ich bezahlt, sowas kann ja schon mal passieren“, sagt er.

Trotzdem sei er das Gefühl nicht losgeworden, dass da etwas nicht stimmte. „Ich habe mir das dann noch mal genauer angeschaut. Es stellte sich heraus, dass das Schild noch vor der Parkhausausfahrt steht, ich konnte es also gar nicht sehen. Offenbar war das den Beamten nicht klar“, sagt Frahm. Erst nachdem er auf eine Überprüfung der Situation bestanden habe, sei die Buchung seines Verwarnungsgeldes durch die Beamten storniert worden. „Ich habe die Beamten aufgefordert, die Kontrolle umgehend zu beenden. Mir wurde daraufhin nur mitgeteilt, dass die Angehaltenen ja sagen könnten, dass sie aus dem Parkhaus kämen“, sagt der Professor.

Ronald Frahm

Genau hier liegt für Frahm das Problem. „Es reicht mir nicht, dass mir das Geld zurückgezahlt wurde, solange andere Autofahrer bewusst zur Kasse gebeten wurden.“ Und das waren, seiner Ansicht nach, einige. Er beschreibt, dass bei der Kontrolle ein „massenhafter Betrieb“ geherrscht habe. „Da wurde kontinuierlich abkassiert. Außerdem glaube ich kaum, dass ein junger Student protestiert hätte“, sagt er.

Ronald Frahm möchte darauf hinweisen, dass es sich lohnen kann, sich über ein Knöllchen zu beschweren, wenn man aus dem Parkhaus gekommen ist. „Ich bedauere die Studenten, die hier unberechtigterweise abgezockt wurden. Für sie ist damit ein wesentlicher Teil der Monatseinkünfte dahin“, sagt er. „Zumindest für die Parkhaus-Ausfahrer sollten die Bescheide aufgehoben werden, rückwirkend für die gesamte Zeit“, sagt er.

Auch bei der Wuppertaler Polizei wurde die Situation diskutiert. „Das stimmt so ungefähr, wie Professor Frahm die Lage beschreibt. Die Polizisten vor Ort haben ebenfalls festgestellt, dass das Schild nicht zu sehen ist, wenn man aus dem Parkhaus kommt. Deshalb wurde das Verwarnungsgeld auch storniert“, sagt Christian Wirtz, Sprecher der Polizei.

Eine weiterer Fahrer sei am Montag zu schnell unterwegs gewesen, nachdem er aus dem Parkhaus kam. „Die Kollegen haben ihn darauf hingewiesen, dass das eine 30er-Zone ist, aber kein Verwarnungsgeld erhoben“, sagt Wirtz.

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