Seilbahn: Probefahrt überzeugt nicht alle

Seilbahn: Probefahrt überzeugt nicht alle

Von der Koblenzer Seilbahn lassen sich einige begeistern. Betroffene Anwohner bleiben aber skeptisch.

Wuppertal. Am Samstag besuchten 40 Wuppertaler die Seilbahn in Koblenz. Ob ein solches Verkehrsmittel auch in Wuppertal sinnvoll ist, blieb auch nach der Reise umstritten. Das ergab eine WZ-Stichprobe unter den Mitfahrern.

Reisen kann bisweilen zu neuen Einsichten führen. Das dachten sich wohl die Wuppertaler Stadtwerke (WSW), als sie zur Fahrt nach Koblenz einluden. Mission der Reise: eine Fahrt mit der Seilbahn zur Festung Ehrenbreitstein. Anhänger und Kritiker einer möglichen Seilbahn in Wuppertal konnten sich über Technik und Betrieb informieren.

Andreas Leiner war von der Technik der Koblenzer Seilbahn zwar angetan, in Wuppertal mache das Verkehrsmittel aber keinen Sinn: „Der Kontext ist ganz anders!“, sagt Leiner, der an der Cläre-Blaeser-Straße und damit an der möglichen Seilbahnstrecke wohnt. In Koblenz fahre die Seilbahn nicht über Wohnhäuser und erfülle rein touristische Zwecke. In Wuppertal bedeute das Projekt jedoch einen „Eingriff in die Privatsphäre“, denn die Gondeln schwebten nur 22 Meter über Boden und Häuser.

Auch Dennis Thiel wohnt an Cläre-Blaeser-Straße und sieht das Projekt kritisch: „Die Seilbahn hier würde über bewohntes Gebiet führen, das ist doch in Koblenz ganz anders.“ Zudem sei die Strecke in Koblenz nur 900 Meter lang, in Wuppertal solle sie 2,8 Kilometer betragen.

Die Mehrzahl der Reisenden sah das Projekt aber positiv. So ist Rainer Hakel von der Idee jetzt angetan. „Bislang war ich eher neutral. Jetzt bin ich überzeugt, dass das Projekt Wuppertal nach vorn bringen könnte“, sagt der Cronenberger. Aus Cronenberg kommt auch Gerd Nölle. „Ich bin positiv eingestimmt“, sagte er. Als Mitglied des Ski-Clubs Cronenberg fahre er regelmäßig mit Gondeln. Er lobte, dass die WSW „sehr neutral“ über das Projekt berichtet und „alle Argumente gelten“ lassen habe. „Absolut positiv“ sieht auch Peter Eigenbrodt das Projekt. „Bislang war ich 70 Prozent dafür, jetzt bin ich es 100 Prozent“, sagt der Ronsdorfer.

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