Pläne für ein Naturfreibad: Pro Mirke fordert Unterstützung

Pläne für ein Naturfreibad : Pro Mirke fordert Unterstützung

Förderverein klagt über fehlende Aufmerksamkeit für das Freibad-Projekt in der Politik.

 „Wir wollen das Naturfreibad Mirke“, fasste der Vorsitzende des Fördervereins „Pro Mirke“, Heiner Mokroß,  die Forderungen der Mitglieder zusammen und ließ dabei keine Anzeichen von Resignation verspüren. Obwohl er zugeben musste, dass die Bemühungen des 276 Mitglieder starken Vereins bisher zu keinen nennenswerten Fortschritten geführt hatten. „Wir werden ausgebremst und kommen nicht vom Fleck“, sagte Mokroß, merkte aber auch an, dass sich alle Besucher – auch solche aus Politik und Verwaltung – stets sehr lobend über das angestrebte Ziel und die bisherigen Aktionen ausgelassen hätten.

„Wir zeigen, wie schön es wäre, hier ein Naturfreibad zu haben und ernten freundliches Schulterklopfen, aber es tut sich nichts“, klagte Mokroß. „Wir sind wahrscheinlich einfach zu nett. Deshalb rücken Projekte wie die ins Auge gefasste Seilbahn viel eher ins Bewusstsein der Menschen als unser Vorhaben hier in der Mirke.“ Man merkte dem Vorsitzenden an, dass sich der Verein von der Politik im Stich gelassen fühle. „Über die Mirke wird nicht diskutiert.“ Csilla Letay, Beisitzerin im Vorstand und für die Öffentlichkeitsarbeit zuständig, betonte: „Mit einem Naturfreibad hätten wir ein Alleinstellungsmerkmal im Städtedreieck.“ Für das Projekt habe man bereits viele „dicke Bretter gebohrt“.

In seinem Rechenschaftsbericht ließ Mokroß 2018 Revue passieren und erinnerte an Sturm „Friederike“ und  zwei Starkregenfälle im Sommer, die dazu führten, dass das Becken mit schlammigem Wasser vollgelaufen sei und sich dadurch auch die Folie  so verschoben habe, dass sie mit viel Muskelkraft wieder an die richtige Stelle gerückt werden musste. Inzwischen wird auch über die Anschaffung einer neuen Folie nachgedacht und darüber, wie der fortschreitende Verfall an vielen Ecken des Freibades aufzuhalten sei.

Fördertöpfe von Bund und Land sollen angezapft werden

Der heiße Sommer habe nicht nur an den 33 Öffnungstagen (2017 waren es lediglich 24) gezeigt, wie wichtig eine solche Oase wie das weitläufige Gelände der  Mirke mit den drei „W“, nämlich Wald, Wiese und Wasser, für die Lebensqualität der Städter sei. Die Mirke biete zudem drei „B“, nämlich Bewegung, Begegnung und Bildung und führte dazu Aktionen wie „Afrital“ , das international besetzte „Feuertal-Camping“, DLRG-Kurse und zahlreiche Konzerte und Lesungen an, bei denen das leere Becken als Forum genutzt wird. Gebadet wird nach wie vor im „Pool im Pool“, den von den 5604 Besuchern im vergangenen Jahr 1695 zum Schwimmen und Baden nutzten. 2017 kamen 4608 in die Mirke, und 1240 lockte das kühle Nass. An dieser Stelle knüpfte Mokroß noch einmal an und betonte, dass die Hälfte der Kinder hierzulande  nicht schwimmen könnten. „Einfach, weil die Kinder immer mehr vom Wasser weggesperrt werden. Denken Sie mal, wie viele Bäder in Wuppertal in den vergangenen Jahren gechlossen worden sind.“ Daraus folge, dass Eltern ihre Kinder im Urlaub an Nord- und Ostsee oder den Binnenseen ihre Kinder nicht unbeaufsichtigt am Wasser spielen lassen könnten, weil es einfach zu gefährlich sei. „Eine Fehlentwicklung.“

Der Vorstand mit Heiner Mokroß, Volker Dittgen (stellvertretender Vorsitzender), Andrea Franck-Mokroß (Schatzmeisterin), Britta Reiter  (Schriftführerin) und Beisitzerin Csilla Letay, die auch stellvertretende Vorsitzende der für das Bad zuständigen Betreibergesellschaft ist,  wurde einstimmig für zwei Jahre wieder gewählt. Alle sind gewillt, weiter zu kämpfen und hoffen, auch mit politischer Unterstützung an die Fördertöpfe von Bund und Land  zu kommen. Das wurde auch in der abschließenden lebhaften Diskussion deutlich, in der mit Vorstandsmitglied Volker Dittgen (SPD) und dessen Parteifreund und Vereinsmitglied   Thomas Kring  auch zwei Stadtverordnete teilnahmen und bestritten, dass das erhoffte Naturbad Mirke in den Gremien keine Rolle spiele.

Auch wenn Mokroß gegenläufige Entwicklungen bei bürgerlichem Engagement und der Unterstützung durch die Stadtpolitik sieht, versichert  der Verein, dass man  keinen Keil zwischen beide Seiten treiben möchte, sondern  auf ein gedeihliches Miteinander hofft.

Mehr von Westdeutsche Zeitung