Praktisches Arbeiten ist das A und O

Praktisches Arbeiten ist das A und O

Die Junior Uni bietet 850 Kurse pro Jahr und setzt immer wieder auf neue Angebote.

Mit etwa 850 Kursen im Jahr hat die Junior Uni mittlerweile ihre „Kapazitätsgrenze“ erreicht, dennoch setzt die Bildungseinrichtung weiter auf steten Wandel. „Zwischen 10 und 20 Prozent unserer Kurse sind in jedem Semester neu“, sagt Thorsten Balgar, Diplom-Chemiker und wissenschaftlicher Fachkoordinator der Junior Uni.

Das liege unter anderem daran, dass es Veränderungen in der Dozentenschaft gebe; aber auch eben daran, dass die Bergische Plattform für Nachwuchsforscher auch immer mal etwas Neues im Programm anbieten möchte.

Nach wie vor gehören etwa 80 Prozent der Kurse zum sogenannten Mint-Bereich, also den Fächern Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik. Doch die nicht-naturwissenschaftlichen Fachbereiche sollen ausgebaut werden, erklärt die Bildungswissenschaftlerin Annika Spathmann, die ebenfalls Fachkoordinatorin an der Junior Uni ist.

Bislang werden aus diesem Bereich zum Beispiel Kurse für Kalligraphie oder kreatives Schreiben angeboten. Auch Kurse, in denen etwa über die Europa-Politik aufgeklärt wird, gehören zum Programm.

Da sich die Kurse der Junior Uni an Kinder, Jugendliche und Heranwachsende im Alter von 4 bis 20 Jahren richten, muss der Unterricht vor allem lebendig gestaltet werden. „Die Dozenten müssen in den Kursen praktisch arbeiten und alltagstaugliche Beispiele finden“, erklärt Thorsten Balgar. Der Unterricht müsse „über das Machen gestaltet werden“.

Das macht auch ein Blick auf die erfolgreichsten Kurse der Junior Uni deutlich: Da gibt es zum Beispiel Kurse, in denen kleine Raketen gebaut werden können. Beliebt ist auch das Angebot „Zaubereien aus dem Kühlschrank“, bei dem anhand handelsüblicher Lebensmittel chemische Experimente durchgeführt werden.

Auch neue Technologien sind beliebt und werden im Unterricht angewandt. So gibt es etwa einen Kurs, bei dem die Teilnehmer mit Hilfe einer Virtual-Reality-Brille in eine computergenerierte Umgebung eintauchen können.

Zwischen 120 und 150 Dozenten hat die Junior Uni derzeit, weitere Lehrkräfte werden gesucht. Sie sollten grundsätzlich eine Affinität für die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen mitbringen.

In Abstimmung mit den Interessenten werde ein Konzept für den Unterricht entwickelt, zudem hospitieren die angehenden Dozenten in anderen Kursen. So werde schnell deutlich, ob die Bewerber auch „mit Kindern arbeiten können“, sagt Spathmann.

Um die Qualität des Angebots zu kontrollieren und zu steigern, werden überdies zum Abschluss jedes Kurses Fragebögen verteilt. Die Bögen werden dann gemeinsam mit den Dozenten ausgewertet, um mögliche Defizite zu erkennen und zu beseitigen.

„Wir verfolgen einen stetigen Verbesserungsprozess“, sagt Annika Spathmann. Zudem gab und gibt es in Zusammenarbeit mit der Bergischen Uni immer wieder Forschungsprojekte, die sich mit der Evaluierung der Junior Uni befassen. Eine Doktorarbeit zu dem Thema hat auch Spathmann geschrieben.

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