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Polizei stellt 46 Beamte in Dienst - doch langfristig fehlt Nachwuchs

Polizei stellt 46 Beamte in Dienst - doch langfristig fehlt Nachwuchs

46 neue Beamte haben ihren Dienst in Wuppertal angetreten. Doch langfristig fehle der Nachwuchs, warnt die Gewerkschaft.

Wuppertal. 83 neue Polizisten haben am Montag ihren Dienst im Wuppertaler Polizeipräsidium angetreten. 46 von ihnen werden direkt der Wuppertaler Inspektion zugeteilt. Den 83 Neuzugängen stehen 28 Abgänge in andere Behörden gegenüber — bleibt ein theoretischer Zuwachs von 55 Beamten. „Allerdings sind hier die Kollegen, die über das Jahr verteilt in Ruhestand gehen, nicht eingerechnet“, sagte Polizeisprecherin Claudia Otto auf Nachfrage. Im Vergleich zum Vorjahr erhalte Wuppertal zehn Beamte mehr.

Der Personalschlüssel für das Polizeipräsidium sieht 1480 Stellen vor. „Derzeit haben wir insgesamt fünf mehr.“ Die Gewerkschaft der Polizei (GdP) im Städtedreieck sieht diesen Zuwachs positiv. „Es ist immer gut, wenn mehr Kollegen kommen als gehen. Langfristig wird sich die Entwicklung aber umkehren. Damit sind wir nicht zufrieden“, sagte Gabi Schmidt. Sie ist Vorsitzende der GDP-Kreisgruppe Bergisches Land.

Aufgrund der vielen Pensionäre werde die Polizei in naher Zukunft nicht mehr mit den derzeitigen Einstellungszahlen zurechtkommen. Nach einer Analyse der GdP geht der Zuwachs NRW-weit bereits im nächsten Jahr zurück. Ab 2018 werden dann schon weniger neue Polizisten eingestellt, als in Ruhestand gehen.

„Bleibt die Zahl der Absolventen auf dem derzeitigen Stand, rechnen wir mit einem Minus von 3700 Beamten in NRW bis 2025“, betonte Schmidt. Auch die Zahlen für das Bergische seien beunruhigend. 13 Prozent der Beschäftigten des Polizeipräsidiums Wuppertal gingen in den nächsten zehn Jahren in Pension. „Zu diesem Zeitpunkt werden dann 34 Prozent der Belegschaft älter sein als 55 Jahre“, heißt es in einem GdP-Papier.

Hinzu komme, dass die hohe Zahl zu erwartender Pensionierungen (ab 2016: 47 Pensionierungen, jährlich steigend auf 70 Pensionierungen im Jahr 2021) dazu führe, dass ohne Gegensteuerung mit einem erheblichen Verlust an Fachwissen und Erfahrung zu rechnen sei. Von 1992 bis 2012 habe das Wuppertaler Präsidium bei den Beamten 86 Planstellen und bei den Tarifbeschäftigten (Verwaltungstätigkeiten) 38,5 Stellen verloren.