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Polizei setzt bei der Suche nach Einbrechern auf Hilfe aus der Luft

Polizei setzt bei der Suche nach Einbrechern auf Hilfe aus der Luft

Anwohner sehen immer öfter Hubschrauber über Cronenberg kreisen. Der Stadtteil sei aber kein Einbruchsschwerpunkt, sagen die Beamten.

Cronenberg. Der Einbrecher kommt um fünf Uhr morgens, als die Bewohner eines Einfamilienhauses am Nettenberg schlafen. Er bohrt ein Loch in den Fensterrahmen, legt den Fenstergriff um und steigt ein. Er durchsucht die Räume nach Wertsachen, findet Geld, Kreditkarten und Wertsachen. Doch dann wachen die Bewohner auf. Der Einbrecher flüchtet aus dem Gebäude in ein naheliegendes Waldstück. Die Bewohner rufen die Polizei, die leitet sofort eine Fahndung ein. Dabei wird auch ein Polizeihubschrauber angefordert, mit dem die Polizei dem Einbrecher auch aus der Luft auf die Spur zu kommen versucht. In diesem Fall vergeblich.

So steht es im Polizeibericht zu einem Einbruch am 12. März. Der Einbruch ist zwar kein Einzelfall, einen Einbruchsschwerpunkt gebe es aktuell aber weder in Cronenberg noch in anderen Wuppertaler Stadtteilen, sagt Polizeisprecher Stefan Weiand. Doch die Polizei geht den Einbrüchen konsequent nach.

Wie sie dabei genau vorgeht, will sie aus ermittlungstaktischen Gründen natürlich nicht im Detail verraten. Der Einsatz des Polizeihubschraubers sei aber ein „ganz normales Fahndungsmittel“, sagt Polizeisprecherin Hanna Meckmann.

Manchmal werde ein zweiter Funkwagen angefordert und manchmal eben der Polizeihubschrauber. Natürlich müssten dafür die Voraussetzungen stimmen. Die Polizei müsse auf der Suche nach Flüchtigen oder Vermissten sein, es müssten brauchbare Sichtverhältnisse herrschen und ein Polizeihubschrauber müsse verfügbar sein. Wenn das alles gegeben ist, sei der Polizeihubschrauber innerhalb von ein paar Minuten vor Ort. „Wir nutzen den Polizeihubschrauber regelmäßig“, sagt Meckmann. Das war auch Anwohnern aufgefallen, die sich deswegen an die WZ wandten.

Jährlich verzeichne man 2000 Einsätze mit Polizeihubschraubern in Nordrhein-Westfalen, teilt die Pressestelle des Landesamts für Zentrale Polizeiliche Dienste in Duisburg auf Anfrage mit. Wie viele Einsätze es in Wuppertal gibt und was ein Einsatz des Hubschraubers kostet, kann die Pressestelle aber nicht beantworten.

Neben der Fahndung, bei der immer wieder der Polizeihubschrauber zum Einsatz kommt, setzt die Polizei in Wuppertal auch offensiv auf die Information der Bürger, um die Zahl der Einbrüche zu senken. Man informiere täglich über versuchte und vollendete Einbrüche, sagt Polizeisprecher Stefan Weiand. Mit dem Einbruchsradar werden die Fälle auf einer Einbruchskarte lokalisiert. Hinzu kommt eine Reihe von Informationen für Bürger zum Einbruchsschutz. „Man sollte auf jeden Fall die Tür abschließen, auch wenn man nur zum Kiosk nebenan geht“, so Weiand. Bei Urlauben solle man das Heim bewohnt aussehen lassen. Und die Nachbarn um ein offenes Auge zu bitten, sei auch immer eine gute Strategie. Ganz zu schweigen von gutem Einbruchsschutz.

Fest steht jedenfalls: Die Zahl der Einbrüche ist im vergangenen Jahr in Wuppertal massiv zurückgegangen. Inwieweit die Strategie der Polizei dazu beigetragen hat, sei schwer zu sagen, sagt Weiand. Der Einsatz des Polizeihubschraubers gehört jedenfalls fest dazu und dieser wird auch in Zukunft regelmäßig genutzt werden.