Polizei gibt Tipps gegen Diebstahl auf dem Wuppertaler Werth

Warnung : Tipps gegen Diebstahl auf dem Werth

Auf dem Werth gaben Experten insbesondere Senioren Tipps, wie man sich schützt.

„Augen auf und Taschen zu“ heißt die Aktion, in deren Rahmen die Polizei mit Senioren-Sicherheitsberatern am Dienstag auf dem Barmer Werth und dem Rathausvorplatz Bürger für das Thema „Taschendiebstahl“ sensibilisieren wollte. Beraterin Heide Harms gab bereitwillig Auskunft, erklärte, dass sich die Täter besonders gerne Senioren als Opfer aussuchen. „Großveranstaltungen, Bushaltestellen, Busse und Bahnen sind bevorzugte Betätigungsfelder der Taschendiebe, weil da meist dichtes Gedränge herrscht und während der Fahrt Erschütterungen und dadurch bedingte Körperkontakte nicht als gefährliche Situationen bemerkt werden. Ebenso das Gedränge beim Ein- und Aussteigen“, berichtete Michael Haase, Leiter Kriminalprävention und Opferschutz. Er erklärte, dass die Diebe gut organisiert auftreten und die Beute schnell weitergeben würden, sodass man dem eigentlichen Dieb, wenn man ihn erkannt habe, meist nichts nachweisen könne.

Die Experten gaben Tipps, wie man sich verhalten sollte. Geldbörsen und andere Wertgegenstände sollten nicht nur am Körper, sondern am besten vor dem Körper getragen werden – keinesfalls aber in Handtaschen, die auf dem Rollator transportiert werden. „Das ist wie eine Aufforderung zur Selbstbedienung für die Ganoven“, erklärte Heide Harms, die seit mehr als zehn Jahren als ehrenamtliche Sicherheitsberaterin tätig ist. „Auch auf Rucksäcke haben es die Langfinger abgesehen“, warnte Polizeihauptkommissar Heinrich Bieringer, der als einziger Polizist in Uniform vor Ort war. „Mit einem scharfen Messer werden Rücksäcke schnell aufgeschlitzt und der Inhalt geklaut.“ Worte, die bei einem Passanten mit Rucksack auf fruchtbaren Boden fielen, denn er verstaute sein Geld sofort am Körper. Ein weiterer Tipp: Bei Taschen sollte der Verschluss beim Tragen stets zum Körper zeigen.

Polizei macht auch auf
Fake-Anrufe aufmerksam

„Wir wollen nicht belehren, sondern nur Ratschläge und Tipps zur Diebstahlprävention geben“, sagte Polizistin Mathilde Bach, die zwei Damen auch gleich zu Sicherheitsvorkehrungen für den geplanten Auslandsurlaub mit auf den Weg gab.

Eine weitere Gefahrenquelle hatte Heide Harms am Geldautomaten ausgemacht. „Da kann man nur zu besonderer Vorsicht raten.“ Das gelte allerdings nicht nur für Senioren, sondern für alle Altersklassen. Ohnehin fielen auch junge Menschen Taschendieben zum Opfer. „Wenn sie ihren Blick nur auf ihr Smartphone gerichtet haben und mit Kopfhörern ihre Umwelt kaum noch wahrnehmen, dann laden sie gleichfalls Taschendiebe ein“, wusste die Beraterin zu berichten. Von Vorteil sei es, möglichst keine großen Geldbeträge und Wertgegenstände mit sich zu führen. „Denn auch, wenn die in Schwimmbädern in den Spinden eingeschlossen werden können, gibt es für entsprechend ausgerüstete Diebe keine Probleme, diese Schränke schnell aufzubrechen.“ Eindringlich warnte Michael Haase: „Die Ganoven leben von ihren Diebstählen und haben es da zu besonderen Fähigkeiten gebracht. Deshalb kann man nicht vorsichtig genug sein.“ Eine Dame war durch Schaden klug geworden: „Bei mir sind Geldbörse, wichtige Dokumente, Ausweise und Bankkarten an verschiedenen Stellen untergebracht.“

Und weil Polizei und Sicherheitsberater einmal vor Ort waren, nahmen viele Vorübergehende die Gelegenheit wahr, sich Tipps zur Einbruchsvorsorge zu holen. Gesprächsbedarf gab es in den fünf Stunden auf dem Werth und dem Johannes-Rau-Platz ausreichend. Ganz wichtig für alle Bevölkerungsschichten: „Die Polizei ruft niemals unter der Nummer 110 an.“

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