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Politik will Zigarettenkippen aus Sprockhövel verbannen

Umwelt : Politik will Zigarettenkippen aus den Zentren verbannen

CDU: Stadtverwaltung soll öffentliche Mülleimer mit einem Behälter für die Reste von Zigaretten aufrüsten.

Raucher, die die Überreste ihrer Zigaretten achtlos entsorgen, indem sie sie irgendwo auf den Boden werfen und gegebenenfalls austreten, machen sich wohl kaum Gedanken darum, dass jeder weggeworfene Zigarettenstummel gemäß einer Studie des Bundes für Umwelt und Naturschutz (BUND) rund 40 Liter Grundwasser verunreinigen. Das hat die CDU-Fraktion im Rat der Stadt Sprockhövel durch ihren Fraktionsvorsitzenden Torsten Schulte zum Anlass genommen, im Ausschuss für Umwelt, Verkehr, öffentliche Ordnung und Sicherheit anlässlich der Sitzung am 14. November einen entsprechenden Antrag zu stellen.

Darin wird die Verwaltung beauftragt, die im Stadtgebiet vorhandenen öffentlichen Müllbehälter jeweils um einen nicht brennbaren Behälter zur Beseitigung von Zigarettenkippen zu ergänzen. Vorrangig sollen die Müllbehälter im Bereich der Busbahnhöfe und Bushaltestellen ergänzt und entsprechend beworben werden, heißt es in dem Antrag. Die für die Anschaffung und Leerung der neuen Behälter entstehenden Kosten sollen laut CDU-Fraktion über den Gebührenhaushalt der Stadt abrechenbar sein.

Der Antrag wurde der Ausschussvorsitzenden Britta Altenhein (Grünen) zugestellt, die zwar aus gesundheitlichen Gründen nicht an der Sitzung teilnehmen wird, aber dennoch deutlich ihre Meinung zu dem Antrag sagt: „Ich finde das sinnvoll. Es ist die Frage, ob alle Haltestellen mit diesen Behältern ausgestattet werden sollen.“ Insgesamt wurde bei einer Befragung der Ratsmitglieder deutlich, dass man dem Antrag der CDU wohlwollend gegenüber steht.

Werbering sieht
den Antrag positiv

Wolfram Junge, Fraktionsvorsitzender der SPD im Rat, findet: „Das ist vernünftig, weil die Filter giftig sind und nicht in die Umwelt gehören. Wir werden diesen Antrag unterstützen, der ja in eine ähnliche Richtung geht wie unsere Bemühung um eine Entsorgung des Hundekots auf den Straßen und Wegen.“

Auch Dominik Napp von den Freien Demokraten sagt ebenso wie seine Parteifreunde dass das eine gute Idee ist. „Auch wir werden diesen Antrag unterstützen“, kündigt Napp an. Christian Preuß von der Linken kann sich mit den Vorstellungen der CDU-Kollegen im Rat ebenfalls anfreunden. „Ein guter Gedanke“, findet er und hofft natürlich, dass der sich auch in der Praxis bewähren wird.

„Die Parteien überholen sich im Moment gegenseitig in Fragen der Umwelt“, hat Holger Krefting von MiS/Piraten festgestellt und führt aus: „Das Wegwerfen von Zigarettenkippen ist strafbar. Leider sieht man immer wieder, dass die glimmenden Reste sogar von Autofahrern rücksichtslos aus den Fenstern geworfen werden.“

Einen Probebetrieb dieser Behälter empfiehlt Martin Debold (Miteinander in Sprockhövel). „Wir hoffen natürlich, dass sich die Idee bewährt und die Behälter auch genutzt werden.“

Wolfgang Weiss, der stellvertretende Vorsitzende des Werberings Haßlinghausen, befürwortet den Antrag ebenfalls und berichtet, dass im Rahmen von Sponsoring durch den Werbering Haßlinghausen bereits Papierkörbe aus Metall an Bushaltestellen angeschafft worden sind, sodass die Brandgefahr da weitgehend gebannt sei.

Nachdem nun zu erwarten ist, dass der Antrag der Christdemokraten im Umweltausschuss auf keinen Widerstand stoßen wird, ist allerdings die Frage, wie sich die Raucher an den Haltestellen verhalten werden.

Am Zentralen Omnibusbahnhof in Haßlinghausen am Nikolaus-Groß-Platz traf die WZ bei einer Stichprobe lediglich eine Raucherin an, die ihre Zigarette vorschriftsgemäß ausdrückte und die Kippe im Papierkorb entsorgte. „Das wird aber auch höchste Zeit“, sagte Heike Eckstädt und wies auf den Halteplatz der Linie 602 hin. „Da liegen die Kippen nur so herum“, schimpfte sie. Tatsächlich waren dort sogar die Kanalzugänge mit so vielen Zigarettenstummeln verstopft, dass man damit den Inhalt eines kleinen Schwimmbeckens hätte verseuchen können.