Suche nach Baugebieten: Politik lehnt Planung für Wohnbebauung ab

Suche nach Baugebieten : Politik lehnt Planung für Wohnbebauung ab

Stadt nennt potenzielle Bauflächen an die Bezirksregierung. BV hält Pläne für zu massiv.

Wie viel zusätzliche Wohnbebauung verträgt der Stadtteil? Zu dieser Frage gab es in der letzten Sitzung der Bezirksvertretung viel Kritik an den Planungen der Verwaltung. Anlass ist das Änderungsverfahren zum Regionalplan Düsseldorf. Dabei ist die Stadt aufgefordert, Flächenvorschläge für neue Siedlungsbereiche zu machen. Der Politik ist die anvisierte Zahl von rund 45 Hektar Fläche und über 2000 Wohneinheiten im Wuppertaler Westen viel zu hoch. Damit wäre Vohwinkel nach Uellendahl-Katernberg der Stadtteil mit dem größten Entwicklungspotential. Die Verwaltung betont zwar, dass es sich hier um einen bloßen Richtwert handele.

Gleichwohl sieht unter anderem die SPD-Fraktion die Gefahr einer zu massiven Flächenversiegelung und fordert mehr Klimaschutz. „Eine solche überholte Planung ist ein Klimakiller“, findet Fraktionssprecher Georg Brodmann. Er verweist etwa auf die negativen Auswirkungen einer möglichen Überbauung des Grünzugs Radenberg. Auch die hohe Zahl an Wohneinheiten in den Bereichen Wibbelrather Weg und Bolthausen sowie der damit verbundene CO2-Ausstoß des motorisierten Individualverkehrs sind ihm ein Dorn im Auge. „Wir sollten nicht mehr mit Systematiken arbeiten, die 20 bis 30 Jahre alt sind“, bemängelt Georg Brodmann. Derweil stünden in den Bereichen Dasnöckel und Höhe 300 Wohneinheiten leer.

Frithjof Look vom Ressort Stadtentwicklung und Städtebau wehrt sich gegen die Vorwürfe. Die Systematiken seien aus seiner Sicht durchaus schlüssig. „Neue Flächen in den Außenbereichen werden bewusst an die vorhandene Bebauung angeschlossen“, so Look. Im Bereich Radenberg gebe es eine gute Anbindung über die S-Bahn-Station. „Wir wollen gerade keine Satellitenstädte“, stellt der Stadtentwicklungsexperte klar.

Bauressortleiter Jochen Braun betonte die Notwendigkeit zur Schaffung von attraktivem Wohnraum. „Das ist bei den Wohnungen an der Höhe nun mal schwierig.“ Die Wohnraumverdichtung im innerstädtischen Bereich reiche außerdem nicht aus.

Für die CDU-Fraktion schießen die aktuellen Pläne allerdings über das Ziel hinaus. „Es ist langsam Zeit, über Alternativen nachzudenken“, sagt Sprecher Moritz Iseke.

Die Verwaltungsvorlage wurde in der Bezirksvertretung gegen die Stimme der FDP mit großer Mehrheit abgelehnt. Das Stadtteilgremium kann in dieser Frage allerdings nur eine Empfehlung abgeben. Die Entscheidung fällt am 8. Juli im Rat.

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