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Politik in Wuppertal: Die Jugend hat Nachholbedarf

In allen Fraktionen im Wuppertaler Stadtrat sind junge Politiker deutlich in der Minderheit – das könnte sich ändern : Die Jugend hat Nachholbedarf

Bei seinem Besuch in Wuppertal hat der Juso-Vorsitzende Kevin Kühnert in der vergangenen Woche unter anderem beklagt, dass zu wenig junge Menschen im Parlament sitzen. Das Problem betrifft nicht allein den Bundestag.

Im Wuppertaler Stadtrat sowie in den Bezirksvertretungen sind die Unter-35-Jährigen deutlich in der Unterzahl. Ob sich daran nach der Kommunalwahl etwas ändert, muss bezweifelt werden. Zwar treten in allen Parteien einige Altgediente nicht mehr zur Wahl an, aber auch nach dem 13. September werden die Menschen im fortgeschrittenen Alter die überparteiliche Mehrheit in den Gremien bilden.

Das größte Potenzial für einen Generationswechsel bei der diesjährigen Kommunalwahl hat die SPD zu bieten. In zwölf der 33 Wahlkreise bewerben sich Mitglieder der Wuppertaler Jusos um ein Direktmandat. Miriam Scherff (Cronenberg-Nord), Zahra el Otmany (Langerfeld-Süd-Beyenburg), Yannik Düringer (Heckinghausen-West), Alexander Hobusch (Vohwinkel-West), Yannick Bartsch (Katernberg), Ayse Akarsu (Hatzfeld-Clausen), Simon Geiß (Ronsdorf-Ost), Jonas Klein (Kothen-Lichtenplatz), Max Guder (Brill-Arrenberg), Markus Stockschläder (Elberfeld Mitte), Dave Merkel (Uellendahl-Ost) und Marek Wunder (Nächstebreck).

Simon Geiß, der für die SPD in der BV Ronsdorf sitzt, wertet allein dieses große Aufgebot der Jusos als Erfolg. „Ich kann mich an Wahlen erinnern, da konnten wir froh sein, wenn drei Kandidaten aus dem Kreis der Jusos zur Wahl standen“, sagt Simon Geiß. In den Bezirksvertretungen haben sich einige der Kandidaten auf den Sprung in den Stadtrat vorbereitet. „Wir sind in unseren Bezirken gut vernetzt und in vielen Stadteilvereinen aktiv“, sagt der SPD-Vorsitzende im Bezirk Katernberg Yannick Bartsch.

Die Jusos trugen zum Wahlprogramm der SPD bei

Die Jusos haben 2019 einen Entwurf für das SPD-Kommunalwahlprogramm vorgelegt und sind dabei, dicke Bretter zu bohren. Viele Aspekte, insbesondere in den Bereichen Jugend, Bildung und Mobilität, seien ins Wahlprogramm der SPD eingeflossen. Dass ihnen der Wandel des Verkehrs in der Stadt zu langsam geht, betonen sie und scheuen die Kontroverse mit den Altvorderen nicht. „Dass wir aber keine Freunde der Groko aus SPD und CDU sind, dürfte bekannt sein“, sagt Max Guder über künftige Mehrheiten im Rat.

Bis zu drei Mitglieder der Jungen Union könnten am 13. September den Sprung in den Stadtrat schaffen. „Das ist noch nicht das Ziel, das wir uns zahlenmäßig gesetzt haben, sagt Caroline Lünenschloss, Vorsitzende der Jungen Union. Sie nimmt den aussichtsreichen sechsten Platz auf der CDU-Ratsreserveliste ein. Christian Schmidt, der mit 35 Jahren altersbedingt aus der Jungen Union ausscheiden wird, belegt den achten Platz. Anna Hußmann (24) kandidiert für ein Direktmandat im Wahlbezirk Hombüchel.

Mit Platz vier auf der FDP-Ratsreserveliste geht René Schunck aussichtsreich in die Wahl. Hoffnungen auf den Einzug in den Stadtrat darf sich auch Robin Hölter, Vorsitzender der Jungen Liberalen machen. „Auf den Listen für die Bezirksvertretungen sind die Jungen Liberalen auf vorderen Plätzen vertreten“, sagt Robin Hölter. So zum Beispiel Sascha Todtenhausen (Uellendahl-Katernberg) und Niklas Klein (Langerfeld-Beyenburg) auf Platz 1 sowie Eira Dengel (Elberfeld) auf Platz 2.

Bei den Grünen stehen mit Spitzenkandidatin Yazgülü Zeybek und Denise Frings (Platz 5) zwei junge Frauen ganz weit vorne auf der Ratsreserveliste. Timo Schmidt (Vorsitzender der Grünen Jugend) auf dem Platz 12 und Sascha Carsten Schäfner könnten ebenfalls den Sprung in den Stadtrat schaffen.

Für die Linken kandidiert die 27-jährige Maike Schotten (Platz 7 der Ratsreserveliste der Linken) erstmals für den Stadtrat. Ihr folgt auf Platz 8 mit Til Sörensen (23) ein zweiter junger Kandidat.