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Planungs-App von Divera aus Wuppertal hat schon 140.000 Nutzer

Wuppertal : Eine Planungs-App für die Feuerwehr

140 000 Nutzer hat das Programm der Wuppertaler Firma Divera bereits.

Wenn Albert Kißlinger von der Freiwilligen Feuerwehr Hahnerberg gerade einkaufen ist, kann er per App an die Wache melden, dass er erst in fünf Minuten für einen Einsatz zur Verfügung steht. Möglich macht das die App „Divera 24/7“, mit der unter anderem die Löschzüge Hahnerberg, Ronsdorf und Nächstebreck arbeiten. Die Freiwillige Feuerwehr am Hahnerberg setze die App seit zwei Jahren fest ein und habe sie davor auch schon länger getestet, sagt Kißlinger. Acht von 16 Freiwilligen Feuerwehren im Stadtgebiet nutzen die App zurzeit. „Sie macht die Planung für uns deutlich einfacher und hat die Effektivität erhöht“, sagt Kißlinger.

Entwickelt hat die App das Wuppertaler Unternehmen Divera, das aus der Firma Fire & Rescue Instructions hervorgegangen ist. Die Gründer sind selbst bei der Freiwilligen Feuerwehr aktiv. So wie Benjamin Kreiskott. „Wir wollten, dass schneller alarmiert werden kann und Engpässe schneller erkannt werden können“, sagt er. Früher habe es bei einem Alarm erst einmal etwas gedauert, bis die Wache die Informationen gesammelt hatte, wer alles verfügbar ist. „Jetzt ist das in Echtzeit möglich“, sagt Kreiskott. Dazu können die Feuerwehrleute in der App ihren Status angeben: Die sechs Stufen reichen von „an Wache“ über „fünf Minuten“ bis hin zu „nicht einsatzbereit“. „Damit können die Prozesse verbessert werden“, sagt Kreiskott. Neben einer möglichst kurzen Reaktionszeit auf Alarme erleichtere die App die Einsatzplanung, sagt Albert Kißlinger. Die Zahl der Autos und die Qualifikationen der Feuerwehrleute seien sofort sichtbar. Wer sich weiter weg befinde, müsse gar nicht erst alarmiert werden. „Früher bin ich mehrfach umsonst zur Wache gefahren“, sagt Kißlinger. Das könne nun besser vermieden werden, was Sprit und Zeit für den Einzelnen spare.

Neben Feuerwehren nutzen auch viele Unternehmen die App

Der Löschzug Hahnerberg setze die App außerdem ein, um seine Übungsdienste zu planen, sagt Kißlinger. Und auch die Mitteilungen an die Einsatzstelle erleichtere die App – was in Zeiten des Coronavirus sehr hilfreich sei. Schließlich gibt es auch einen Messenger, der rechtssicher funktioniere und die Standards der Datenschutzgrundverordnung einhalte, sagt Benjamin Kreiskott.

Mittlerweile habe die App 140 000 Nutzer. Etwa 60 Prozent davon nutzten die kostenlose Grundversion, die anderen die Alarm-Version und die Pro-Version, mit der ganze Landkreise in einem System zusammengeschaltet werden können. Neben vielen Feuerwehren setzten auch der Kreis Mettmann und einige Industrieunternehmen die App ein, die zum Beispiel auch bei Maschinenfehlern unkompliziert Reparaturen anfordern könne. Auch mehrere Einsatzstäbe zum Coronavirus nutzen die App. Anfragen gebe es auch von Anwaltskanzleien, so Kreiskott. Er hofft, dass noch mehr Einsatzstäbe und Industrieunternehmen hinzukommen werden. Außerdem solle die App natürlich weiterentwickelt werden.