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Pläne für ein islamisches Gemeindehaus in Barmen

Pläne für ein islamisches Gemeindehaus in Barmen

Am Kleinen Werth soll in einer ehemaligen Druckerei ein Gemeindehaus für Barmer Muslime entstehen.

Barmen. Am Kleinen Werth in Barmen planen Wuppertaler Muslime einen Schritt, der typisch für Wuppertal ist. Neben dem angestammten Gemeindehaus in Elberfeld an der Friedrich-Ebert-Straße wollen sie auch in Barmen vertreten sein. Als Standort für ein weiteres Gemeindehaus haben sie dafür das leerstehende Gebäude der früheren Staats-Druckerei GmbH am Kleinen Werth 27 ins Auge gefasst, das sich in Privatbesitz befindet. Den Wuppertaler Integrations- und Bildungsverein, der an den Verband der Islamischen Kulturzentren (VIKZ) mit Sitz in Köln angeschlossen ist, gibt es seit 30 Jahren.

Die Planungen befinden sich noch in einem sehr frühen Stadium. Fakt ist: Die Stadt hat einen Bauvorbescheid für das Vorhaben erlassen. Vorgesehen sind ein Gebetsraum, der jeweils Platz für 100 Männer und 100 Frauen bietet sowie Räumlichkeiten mit etwa 50 Plätzen für Jugendliche, die dort Religionsunterricht, Hausaufgabenhilfe und Nachhilfe erhalten sollen.

„Der von der Stadt erlassene Bauvorbescheid beinhaltet noch keine Aussagen zum Brandschutz oder zur Statik des Gebäudes. Diese Punkte wären dann Gegenstand eines Bauantrags“, sagt Stadtsprecher Thomas Eiting. Aus Sicht potenzieller Bauherren sei es durchaus üblich, über eine Bauvoranfrage erst einmal die grundsätzlichen Chancen eines Projekts auszuloten, bevor in eine aufwendige und kostspielige Detailplanung investiert wird.

Bei dem geplanten Objekt handelt es sich nach Angaben des Dachverbandes VIKZ nicht um eine Moschee mit Minarett und Kuppel, sondern um ein Gemeindehaus wie in Elberfeld. Der Wunsch nach einem solchen Gemeindehaus bestehe in Barmen schon länger. Die zukünftigen Besucher werden vorwiegend aus Barmen kommen. Die Gemeinde an der Friedrich-Ebert-Straße 175 werde ihre Arbeit wie bisher fortsetzen.

Einen konkreten Zeitplan gibt es nach Auskunft des VIKZ noch nicht, denn die Planungsarbeiten seien noch nicht abgeschlossen. Sollte ein Bauantrag positiv beschieden werden, werde man Nachbarn und Öffentlichkeit informieren.
Bedenken gegen das Bauvorhaben wurden gegenüber der WZ allerdings bereits von Anwohnern geäußert. Sie befürchten konkret eine starke Zunahme des Verkehrs im Quartier, das für eine solch stark frequentierte Einrichtung nicht genügend Parkraum biete. Die Stadt erwartet, dass der Bauherr 25 bis 30 Stellplätze nachweisen kann. Allerdings besteht für Bauherren auch die Möglichkeit, fehlende Parkplätze durch die Zahlung von Ablösesummen zu ersetzen. Aktuell wird im Rat über eine Lockerung der Vorschriften bei einer Umwandlung von Gewerbe- in Wohnnutzung diskutiert.