Pina Bausch Zentrum in Wuppertal: Ab 2020 geht es weiter

Planung : Pina Bausch Zentrum: Ab 2020 geht es weiter

Die Begleitkommission des Projekts Pina Bausch Zentrum in Wuppertal tagte erstmals. Slawig kündigt eine Entscheidung bis Ende des Jahres an.

Am Dienstag traf sich zum ersten Mal die „Ratskommission zur Begleitung und Steuerung des Projekts Pina Bausch Zentrum“. Kulturdezernent Matthias Nocke (CDU) drückte seine Freude darüber aus, „dass diese Kommission ihre Arbeit aufnehmen kann. Das ist ein Signal, dass es mit dem Pina Bausch Zentrum weitergeht.“

Doch zunächst ist kein Fortschritt sichtbar. Noch fehlt Geld zur Finanzierung der laufenden Kosten des Pina Bausch Zentrum (PBZ).

Stadtdirektor Johannes Slawig (CDU) machte den sieben Ratsmitgliedern klar, dass sie die Rolle eines Ausschusses haben und wichtige Entscheidungen treffen werden. Dann erklärte er den Sachstand der Finanzierung des PBZ: Stadt, Land und Bund haben die Finanzierung der geplanten Um- und Ausbauten des Schauspielhauses zugesagt. Zum Zeitpunkt der Planung war die geschätzte Summe 58,4 Millionen Euro, bis zur Fertigstellung 2026 geht die Stadt wegen der Baukostensteigerung von 78 Millionen aus. Dass der Bund bereits zugesagt habe, acht Millionen Euro der Baukostensteigerung zu übernehmen, freue ihn besonders, betonte Slawig.

Offen ist weiterhin, wie die laufenden Kosten für den Betrieb von rund zehn Millionen Euro finanziert werden sollen. Stadt und Land sind bereit, jeweils 3,4 Millionen zu übernehmen. Ob der Bund das letzte Drittel übernimmt, darüber werde noch verhandelt.

Von der Klärung der Frage hängt alles andere ab: „Solange die Folgekosten nicht geklärt sind, wird der Bund die Investitionsmittel nicht freigeben“; so Slawig. Auch die Ansprache möglicher Sponsoren für den Bau sei ohne eine sichere Finanzierung nicht möglich. Und auch der geplante Architekten-Wettbewerb nicht.

„Wir werden uns bis Ende des Jahres entscheiden müssen“, machte Slawig deutlich. Doch solange mit dem Bund verhandelt werde, werde er keine Antwort auf Fragen nach dem „Was-wäre-wenn“ geben.

Architekten-Wettbewerb für die Baumaßnahmen soll im kommenden Jahr stattfinden

Bis dahin werde auch über die Form des Berichtswesen an die Begleitkommission entschieden – Vorschläge dazu soll es im Herbst geben – sowie über die Rechtsform des Pina Bausch Zentrums – Vorschläge dazu kündigte Nocke für Ende des Jahres an.

Ziel ist, dass im kommenden Jahr der Architekten-Wettbewerb für die Baumaßnahmen stattfinden kann. Insgesamt werde das ein Jahr dauern, kündigte Uwe Flunkert, Leiter des Gebäudemanagements, an. In der Jury soll auch die Politik vertreten sein, doch die Zahl der Fachpreisrichter – ausgewiesener Experten wie Architekturprofessoren – müsse auf jeden Fall größer sein, erläuterten Flunkert und auch Baudezernent Frank Meyer.

Im nächsten Jahr sollen ebenfalls die Aktivitäten beginnen, mit denen auf die künftige Arbeit des PBZ aufmerksam gemacht werden soll – unter dem Titel „Pina Bausch Zentrum in progress“. Ausstellungen oder Auftritte wie schon bisher sollen dann systematischer geplant und offensiver beworben werden. Slawig wies darauf hin, dass auch dafür der Bund bereits 315 000 Euro pro Jahr zugesagt habe, zu denen die Stadt die gleiche Summe dazutun müsse.

Viele Fragen gab es zur Konzeption des Bürgerforums Wupperbogen – neben Tanztheater, Bühne für weitere Kompagnien und Bausch Archiv die vierte Säule des Projekts. Nocke nannte es „Stadtwohnzimmer“, das für jeden und jede geöffnet sein werde. Dort sei Platz für Debatten, den Raum könne die Freie Szene nutzen, dort könne es eine Bibliothek und ein Café geben. Das Konzept dafür werde dynamisch sein. Bernd Sander von den Linken hakte nach, wie das organisiert werde, wer über die Vergabe der Flächen entscheide. Nocke erklärte, das werde nicht durch eine Intendanten verwaltet, Genaueres werde noch beraten werden.

Rolf-Jürgen Köster (CDU) fasste zusammen: „Vieles müssen wir mitentwickeln“, auch Ursula Schulz (SPD) sagte: „Da wird noch vieles diskutiert werden.“ Renate Warnecke (SPD) als Vorsitzende stellte fest: „Wir sind alle interessiert, aber wir müssen uns in Geduld üben.“ Ab dem Herbst werde es konkrete Vorlagen geben. Die nächste Sitzung soll am 25. September, 17 Uhr stattfinden.

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