Pina Bausch Zentrum: Das ist eine Investition in die Zukunft der Stadt

Neues Tanzzentrum :  „Das ist eine Investition in die Zukunft der Stadt“

Bausch-Zentrum: Slawig verspricht, dass Finanzierung der Betriebskosten nicht zulasten anderer Kultureinrichtungen geht.

In seltener Eintracht hat der Rat der Stadt Wuppertal am Montag den Beschluss gefasst, im und um das Schauspielhaus an der Kluse das Pina-Bausch-Zentrum zu errichten. Bei lediglich einer Enthaltung sagten die Politiker Ja zu einer Investition, die nach aktuellem Stand mit Baukosten von gut 71 Millionen Euro zu Buche schlagen wird. „Das zeigt, dass Wuppertal in seine Zukunft investiert“, sagte Stadtkämmerer Johannes Slawig am Tag nach einer Entscheidung, mit deren Deutlichkeit nicht unbedingt zu rechnen war. Kritik entzündete sich an den jährlichen Betriebskosten von insgesamt annähernd 15 Millionen Euro. „Es wird keine Finanzierung zulasten Anderer geben“, versprach Slawig am Dienstag noch einmal.

In der mittelfristigen Finanzplanung der Stadt sind die Ausgaben aus Überschüssen gesichert, mit denen Slawig ab dem kommenden Jahr regelmäßig rechnet. „Mit einem Teil des Geldes müssen wir Eigenkapital aufbauen, aber wir finanzieren damit auch die Betriebskosten des Pina-Bausch-Zentrums.“ Für den Fall, dass es keine Überschüsse gebe, habe das Land zusätzliche Unterstützung signalisiert.

Die Vorbereitung für die neue Heimstätte des Tanzensembles sollen im kommenden Jahr Fahrt aufnehmen. An den Planungen beteiligt sich der Bund mit gut zwei Millionen Euro. Er unterstützt obendrein den Um- und Ausbau des Schauspielhauses mit etwa 37 Millionen Euro. Den Rest müssen das Land NRW und die Stadt aufbringen.

Für 2020 ist ein Architektenwettbewerb vorgesehen, ab 2021 sollen Bauarbeiter das Regiment an der Kluse übernehmen. Die Investitionskosten sind den Planungen nach Teil der Haushalte für die Jahre 2022 bis 2026.

Isabel Pfeiffer-Poensgen (parteilos), Kultusministerin des Landes NRW, begrüßt die Entscheidung des Wuppertaler Stadtrates. Das Pina Bausch Zentrum ist der richtige Ort, um das herausragende Erbe der Choreografin zu bewahren und in die Zukunft zu tragen.“

Für den Vorsitzenden des Fördervereins Pina-Bausch-Zentrum und ehemaligen Kulturdezernenten der Stadt, Heinz-Theodor Jüchter, war das Ergebnis der Abstimmung im Rat „in dieser Breite nicht zu erwarten. Die Tanzwelt kann aufatmen“.

Unterdessen schwelt immer noch der Rechtsstreit von Tanztheater und Stadt mit der abgelösten Intendantin Adolphe Binder (49). Sie hat den Prozess vor dem Arbeitsgericht in der vergangen Woche zwar eindeutig gewonnen. Dennoch ist mit ihrer Rückkehr ins Tanztheater nicht zu rechnen. „Die Tür für eine außergerichtliche Einigung steht immer noch offen“, sagt Slawig. Der Streit sei eine Belastung für die Compagnie und das Ensemble.

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