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Piktogramme erinnern auf Wuppertaler Spielplätzen an Abstandsregeln

Freizeit in Wuppertal : Piktogramme erinnern Kinder auf Spielplätzen an Abstandsregeln

Kreidezeichnungen auf dem Boden sollen Kindern an die Abstandsregeln erinnern, außerdem kontrollieren städtische Mitarbeiter die Wuppertaler Spielplätze und die Einhaltung der Corona-Maßnahmen.

Zwischen Mike (9) und Leon (7) passt genau ein ausgeklappter Zollstock. Die beiden stehen auf zwei Kreidefiguren am Spielplatz Gutenbergplatz und erleben so ganz praktisch, wie groß der Abstand zu anderen Kindern sein sollte. Mit solchen Aktionen bringen pädagogische Mitarbeiter der Stadt Kindern seit Öffnung der Spielplätze die aktuellen Corona-Regeln nah.

Mike und Leon müssen zueinander gar nicht so viel Abstand halten, denn sie sind Brüder. Aber dass sie anderen nicht näher kommen sollen, das wissen sie. Nicht immer gelinge ihnen das: „Am schwersten ist das beim Fußballspielen“, sagt Leon. Das findet auch sein Bruder. Ihm fallen auch die Spiele Fangen und Verstecken ein. Dabei nutzten sie zum Abklatschen nur den Fuß – er macht vor, wie er jemanden mit dem Fuß anstoßen würde.

Ihre Mutter Susanne Koekkoek sagt, dass ihre Kinder die Regeln gut verinnerlicht hätten: „Das ist eine Sache des Eintrichterns“, erklärt sie. Sie erinnere ihre Kinder immer wieder: „Denkt an den Abstand.“ Schwierig findet sie, wenn sich andere Kinder nähern: „Man will die ja nicht so anschimpfen.“ Trotzdem ist sie froh, dass die Spielplätze wieder geöffnet sind und sie mit den Kindern rausgehen kann.

Der Spielplatz ist an diesem Nachmittag gut gefüllt. Kinder sind auf den Klettergerüsten unterwegs, fahren auf kleinen Fahrrädern oder Rollern übers Gelände, rennen Bällen hinterher. Eltern sitzen auf den Bänken oder auf der Wiese. Die Abstandsregeln sind – fast überall – eingehalten.

Das erleben Cornelia Huy-Rasch und ihre Kollegen auch so. Ein Team von rund 25 Personen ist derzeit täglich auf den 300 Spielplätzen der Stadt unterwegs, auch am Wochenende. Im Gepäck haben sie unter anderem Kreide. Straßenkreide verteilen sie an die Kinder, ermutigen sie zu kreativen Aktionen damit auf den Steinflächen.

Mit Sprühkreide, die noch länger hält, malen sie zwei Strichmännchen auf dem Boden – im Abstand von zwei Metern. Und lassen Kinder darauf Aufstellung nehmen und auf diese Weise den Abstand empfinden. „Die Männchen sind Kult“, sagt Cornelia Huy-Rasch. Alle würden das Symbol inzwischen kennen. Sie bräuchten die Kinder oft nur noch an die Strichmännchen erinnern, wenn sie den Abstand meinen.

Das Bewusstsein soll bei den Eltern hochgehalten werden

Die Stadtmitarbeiter verteilen auch Handzettel an Kinder und Eltern, auf denen die Regeln kindgerecht erklärt werden: Abstand, in die Armbeuge niesen, nach dem Spielplatz Hände waschen. Zwei Rätselaufgaben greifen die Regeln spielerisch auf.

Sie wollten sie das Bewusstsein für die Regeln wachhalten, seien aber keine Kontrolleure, betont Cornelia Huy-Rasch. Bei den Eltern wollten sie „wachhalten, dass die Pandemie nicht vorbei ist, dass jeder eine Verantwortung hat.“ Eltern seien immer sehr einsichtig und oft dankbar für die Gelegenheit, über das Thema zu sprechen.

Häufig erlebten sie Unsicherheit. Dass zum Beispiel die Bolzplätze weiterhin gesperrt sind, obwohl die Spielplätze genutzt werden dürfen, wissen viele nicht. Die allgemeinen Lockerungen hätten bei manchen auch falsche Vorstellungen geweckt: „Wir hören schon mal: ,Ich dachte, das ist jetzt vorbei.‘“

Dankbar seien die Eltern auch für ganz praktische Tipps. Etwa dass sie natürlich geschnittenes Obst mit auf den Spielplatz bringen dürfen. Aber dass die Kinder Gabeln nutzen sollten, damit sie das Obst nicht anfassen – vor allem wenn mehrere Kinderhände zugreifen.

Dass die Regeln immer eingehalten werden, bezweifelt eine Gruppe Eltern, die auf dem Hügel des Spielplatzes sitzt. „Wir haben uns extra hier hoch gesetzt“, sagt Melanie Schikorr. Und bei den Kindern sei das noch schwieriger: „Die begreifen das nicht“, sagt Ivonne Spahin. Man könne die Kinder ja nicht verrückt machen. Susanne Koekkoek bleibt bei ihren Kindern trotzdem beharrlich. Als Leon drängelt, ob er zu seinen Freunden darf, bekommt er die Erlaubnis und mit auf den Weg: „Denk an die Regeln!“