Picobello-Tag: 1055 Helfer sammeln Rekord-Müllberg

Picobello-Tag: 1055 Helfer sammeln Rekord-Müllberg

Vereine, Schulklassen und Familien: So viele Helfer wie noch nie sammelten an der Wupper Unrat auf.

Wuppertal. Tim Werbeck klettert über den Drahtzaun, der in der Hünefeldstraße die steile Böschung zur Wupper hin absperrt. Ein kurzer Check: der Gurt sitzt, das Seil ist fest. Tim kann sich zum Fluss abseilen. Behutsam bewegt sich der 17-Jährige an der Uferböschung, sammelt gebrauchte Spritzen, Plastiktüten und Verpackungen ein. Für ihn nur Kleinkram: Mit seinen Kameraden vom Deutschen Alpenverein Barmen und Wuppertal hat er auch schon einen kompletten Motorroller aus der Wupper gezogen. Seit vier Jahren sind die Einsätze mit Seil und Ausrüstung Alltag für die Gipfelstürmer beim Picobello-Tag.

Tim ist einer von insgesamt 1055 Wuppertalern, die am Samstag zwischen Beyenburg und Kohlfurth an der Wupper unterwegs, um Unrat einsammeln. Michael Lutz vom Ressort Umweltschutz und Umweltberatung ist sehr zufrieden: „Das ist ein Teilnehmerrekord.“ Zudem seien die Helfer in diesem Jahr sehr schnell gewesen: „Bereits nach einer Stunde waren viele mit ihrem Abschnitt fertig.“

So stellt auch Schlag elf Uhr Inge Canters den letzten blauen Müllsack zur Abholung an den Straßenrand. Ein Dutzend davon haben sie und ihre Schüler der Klasse 7 A der Realschule Neue Friedrichstraße am Islandufer gesammelt. „Wir haben das gern gemacht, das stärkt unser Teamgefühl — und eine Belohnung kriegen wir auch“, freut sich Klassensprecher Saintarn (13). Die bemerkenswertesten Funde: Eine Tastatur, eine Säge und eine leere Videotasche. Canters über ihre Schüler: „Die haben prima mitgemacht“.

Wenige Meter weiter durchforstet Axel Konopik mit seiner Tochter Kira das Ufer an der Ohlingsmühle. „Es ist eine Sauerei, dass die Leute die Sachen einfach wegschmeißen“, meint die Zehnjährige. Unter den Funden: Dreiräder, Kleidung und ein Verkehrsschild. Einen gewissen sportlichen Ehrgeiz kann Konopik nicht leugnen: „Es geht darum, die entfernteste Tüte zu erwischen — so lange, bis man ins Wasser fällt“, scherzt er. Da ist die Abschluss-Suppe an der Kluse redlich verdient.

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