Pflegedienst und Demenz-WGs ziehen am Hofkamp ein

Wuppertal : Pflegedienst und Demenz-WGs ziehen am Hofkamp ein

Neuer Eigentümer baut Bürogebäude um. Drei WGs für Demenzkranke werden eingerichtet.

. Aktuell macht der Bau am Hofkamp 87 von außen nicht allzu viel her. Doch in den nächsten Monaten wird sich einiges tun: Der neue Eigentümer, ein Wuppertaler Investor, wird das Gebäude entkernen und umbauen, dazu die Fassade erneuern. Ein Pflegedienst zieht ein, dazu werden drei Wohngemeinschaften für insgesamt 24 demenziell erkrankte Menschen eingerichtet. Die Investitionssumme wird im siebenstelligen Bereich liegen.

Der Eigentümer spricht von 1200 Quadratmetern Wohn- und Nutzfläche. Zur Straße Hofkamp hin hat das Haus vier Etagen, nach hinten hin aufgrund der Topographie nur drei. Zur Immobilie gehört auch noch ein großer Hof, wo unter anderem ein Sinnesgarten entstehen soll. Derzeit gibt es nur noch vier Mieter, darunter ein Anwaltsbüro, denen laut Investor aber jetzt gekündigt wurde.

Wohngemeinschaften sollen
Mitte 2019 bezogen werden

Als neuer Hauptmieter wird nach dem Umbau die neu gegründete Talpflege GmbH einziehen, die bereits am 1. Dezember ihren ambulanten Pflegedienst aufnehmen will. „Wir beginnen mit fünf Vollzeitkräften“, erklärt Geschäftsführer Mark Kleinknecht. Mit dem Start der WGs, die Mitte 2019 bezogen werden sollen, steige die Zahl der Vollzeit-Mitarbeiter dann auf 35.

Kleinknecht ist gebürtiger Gelsenkirchener und hat lange für die Ambulante Pflegedienste Gelsenkirchen GmbH (APD) gearbeitet. Über APD seien auch er und der Wuppertaler Investor, der eine externe Beratung gesucht hatte, in Verbindung gekommen. Mit Talpflege startet der 34-Jährige jetzt selbstständig. Der Bedarf nach WG-Plätzen für demenziell erkrankte Menschen sei groß in der Stadt, sind sich beide einig. Das habe auch die Verwaltung bestätigt. Dadurch, dass sich der Pflegedienst mit im Haus befindet, gebe es Synergieeffekte, so Kleinknecht. So sei auch eine optimale Versorgung über 24 Stunden pro Tag möglich. Zudem seien Arbeitsplätze in einer Demenz-WG, anders als in einigen anderen Pflegebereichen, begehrt.

Der Geschäftsführer hebt das „Wohnen in Gemeinschaft“ ausdrücklich hervor. Zudem sollen die Bewohner, so der Wunsch, aktiv am Leben im Quartier teilnehmen, sagt Kleinknecht, etwa einkaufen in der Nachbarschaft. Aus diesem Grund will der Investor auch Kontakt mit Händlern rund um den Hofkamp aufnehmen. Die Lokalpolitik will er ebenfalls informieren.

Damit läuft er bei Bezirksbürgermeister Hans-Jürgen Vitenius (SPD) offene Türen ein. „Ich freue mich, dass es eine neue Nutzung für das Gebäude geben wird“, sagt der SPD-Politiker. „Vor allem, dass es eine Nutzung ist, für die es großen Bedarf gibt.“

Laut Stadt gibt es in Wuppertal derzeit insgesamt 187 Plätze in Wohngemeinschaften, davon 66 Plätze für Menschen mit Demenz. Weitere Wohngemeinschaften seien in Planung. Bedarf an stationären Pflegeplätzen sei nicht vorhanden. Die Wohngemeinschaften seien eine ambulante Versorgungsform und unterliegen daher nicht der Bedarfsplanung, wohl aber der Beratungspflicht durch die Heimaufsicht im Sinne des Wohn- und Teilhabegesetzes.

Zur Umnutzung des Bürogebäudes Hofkamp 87 habe es mehrere Vorgespräche mit der Bauordnung gegeben, heißt es aus dem Presseamt. Grundsätzlich bestünden keine Bedenken gegen die Art der Nutzung. Zur Sicherstellung des zweiten baulichen Rettungsweges müsste aber ein neuer Treppenraum angebaut werden. Das hat der Investor bereits zugesagt.

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