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Personal: Stadt Wuppertal will mehr Lehrlinge ausbilden

Personal: Stadt Wuppertal will mehr Lehrlinge ausbilden

Stadt will den demografischen Wandel in der Verwaltung auffangen. Denn bis 2026 scheidet etwa die Hälfte der Mitarbeiter aus.

Wuppertal. Der demografische Wandel in der Gesellschaft macht auch vor der Stadtverwaltung nicht halt. Bis 2026 werden etwa 370 der derzeit 1300 Mitarbeiter in der Kernverwaltung der Stadt altersbedingt ausscheiden, sagte Stadtdirektor Johannes Slawig am Mittewoch. Hinzu kommen noch einmal etwa 300 Personen, von denen erwartet wird, dass sie aus persönlichen oder beruflichen Gründen den Job in der Verwaltung aufgeben.

Gemessen am derzeitigen Personalbestand bedeute das eine Reduzierung um etwa „die Hälfte der Mitarbeiter“ in den kommenden zehn Jahren, der Stadtdirektor. Um dieser Fluktuation entgegenzuwirken, setze die Stadt auf einen „Paradigmenwechsel“ in der Personalpolitik, betonte Slawig, der als Stadtkämmerer weiß, dass Personalabbau an einigen Stellen aufgrund der finanziellen Situation der Kommune bis 2021 nötig bleibt.

Gleichwohl habe die Stadt nun „kein Interesse mehr, die Fluktuation zu beschleunigen“. Bereits jetzt seien Regelungen zur Altersteilzeit oder dem Vorruhestand eingeschränkt worden.

Um den Personalbedarf möglichst aus eigener Kraft zu decken, weitet die Stadtverwaltung die Ausbildung deutlich aus. Gab es 2016 noch 71 Ausbildungsplätze, so sind es in diesem Jahr 90. Im kommenden Jahr soll die Zahl auf 122 Lehrstellen steigen. In diesem Zusammenhang wurde unter dem Titel „Wuppertalent“ auch ein Marketingkonzept entwickelt, mit dem junge Leute für eine Ausbildung in der Stadtverwaltung geworben werden sollen.

„Wir bilden in 24 Ausbildungsberufen aus“, betonte der städtische Ausbildungsleiter Alexander Engelhard. Das Angebot reicht über Anlagenmechaniker, Forstwirt und Straßenwärter bis zu Vermessungstechniker und Verwaltungswirt. Hinzu kommen duale Studiengänge, die den Angaben zufolge immer beliebter werden. Chancen auf Lehrstellen hätten dabei übrigens durchaus auch Hauptschüler, die sich für eine Ausbildung in einem gewerblich-technischen Beruf interessierten, sagte Engelhard.

Um die Ausbildung bei der Stadt noch interessanter zu machen, bietet die Stadtverwaltung seit dem vergangenen Dezember außerdem das Praktikumsprojekt „Wuppertal goes Europe“. Dabei werden im Rahmen des EU-Programms „Erasmus +“ bis zu 70 geförderte Plätze in ausländische Stadtverwaltungen vermittelt. Durch die drei- bis vierwöchigen Praktika sollen die Teilnehmer europäische Arbeitskulturen kennenlernen und Sprachkenntnisse erweitern.

Das Programm richtet sich vor allem an Auszubildende, aber auch an die Ausbilder, die auf diese Weise einmal neue Anregungen für ihre Tätigkeit gewinnen können. Als Städte stehen bislang Stockholm, Oslo, Wien, Florenz, Malta oder das portugiesische Braga zur Verfügung. Wuppertal ist eine von deutschlandweit sechs Städten, die dieses Programm anbieten. Bislang seien 35 Bewerbungen bei der Stadt eingegangen, so Projektleiterin Martina Kissing. Bis Ende 2019 soll das Programm laufen.