Persönliche Perspektiven an und zu stillgelegtem Ort

Persönliche Perspektiven an und zu stillgelegtem Ort

Neun Fotografen stellen ihre Arbeiten zum Thema „Heimat. Los“ im Schauspielhaus-Foyer aus.

Ihre Teilnahme stand von Anfang an fest, neun Fotografen aus Wuppertal, denen Immo Karaman bei der Vorbereitung von „Sound of the City. Copyright Heimat“ in der Stadt begegnete — sie gezielt wie zufällig zusammensuchte. Der Kurator des Opernfestivals bat sie, zum Begriff „Heimat.Los“ ihre persönliche Perspektive zu entwickeln. Zur Inspiration wurde ihnen dabei die Festival-Location. Das Foyer des alten Schauspielhauses, eine Heimat, die alle vor der Nase hatten und doch erst spät wahrnahmen. Dieses „stillgelegte Herzstück“ (Karaman), das sich durch Zustand und Symbolik einfach anbot, weckte Euphorie („alle waren sofort glücklich mit dem Ort“), Kreativität und teilweise den Wunsch, Foto und Ort zu verknüpfen.

Nun hängen an die 90 sehr unterschiedliche Arbeiten an den Fenstern eines der Atrien des Schauspielhauses, umrahmen einen wild wuchernden Garten. Lassen diesen bewusst durchscheinen, schirmen sich ab, mal gerahmt, mal mit Klebestreifen lose angeheftet. Zwei Fotografen sind Mitarbeiter der Wuppertaler Bühnen, andere haben schon für diese gearbeitet. Zu sehen sind verschwimmende Impressionen von Zootieren (Uwe Schinkel), kunstvolle Collagen aus Stadtansichten-Schnipseln (Claudia Scheer van Erp), mehr oder weniger verfremdete Menschenkörper (Olaf Joachimsmeier und Isabelle Wenzel), lost Places (Daniel Häker), zu Stillleben geformte Körper-Materialien-Konstrukte (Piet Biniek), Aufnahmen Entwurzelter (Holger Reich), optische Täuschungen (Matthias Neumann) und kunstvolle Stadtszenen (Patrick Jaksic). mws

“ Bis 19. Mai, Öffnung eine Stunde vor Beginn einer Veranstaltung; Eingang an der Parkplatzseite

wuppertal-oper.de

Mehr von Westdeutsche Zeitung