Parking Day bringt Leben auf Ölberger Parkplätze

Parking Day : Parking Day bringt Leben auf Ölberger Parkplätze

Der Aktionstag der Stadt wurde nicht zufällig in der Nordstadt veranstaltet.

Parking Day – an diesem internationalen Aktionstag werden Parkplätze kreativ umgestaltet. Wo sonst Autos stehen, gibt es – zumindest vorübergehend – Gärten, Spielplätze oder Konzertbühnen.

Der städtische Parking Day fand in der Nordstadt statt. Anwohner, Vereine und Institutionen waren eingeladen, um die 30 frei geräumten Parkplätze zu nutzen. Angesiedelt war die Aktion am Schusterplatz, dem Herzen des Quartiers. Zweiter Standort war der verkehrsberuhigte Bereich der Wirkerstraße am Otto-Böhne-Platz.

Absperrungen und Halteverbotsschilder machten klar, dass die Schneiderstraße am Schusterplatz Fußgängern und Radfahrern offensteht. „Wir wollen, dass es ein schöner Tag für alle wird“, sagte Sophie Clees von der Koordinierungsstelle Klimaschutz.

Besonders an die jungen Verkehrsteilnehmer war gedacht. Bunte Pylone markierten einen Fahrradparcours. Die „Toys Company“ hatte ein Glücksrad aufgestellt. Ein Gewinnspiel für Kinder bot auch der Stand der Koordinierungsstelle an. Clees und ihre Kollegin hatten sich nicht zufällig in der Nähe der „Mobilstation“ postiert. Mit ihrem Raum für Fahrräder und dem Carsharing-Angebot soll die neu eröffnete Station die Verkehrswende anschieben.

Der Umgang mit E-Bikes muss geübt werden

Dazu tragen auch das Pedelec „Pina“ und das Lasten-Pedelec-„E-Mil“ bei. Gegen Vorlage eines Ausweises konnte man sich eines der Fahrzeuge kostenlos bei Clees ausleihen. Zurzeit sind „Pinas“ und „E-Mils“ auf elf Stützpunkte in der Nordstadt verteilt. Die Ausleihe wird von Ehrenamtlern betreut. Fragen rund ums Thema beantwortete Polizist Michael Bartsch. Der Umgang mit E-Bikes müsse geübt werden, betonte der Leiter der Verkehrsunfall-Prävention. Bei einer Höchstgeschwindigkeit von 25 Stundenkilometern lerne der Radler ein ganz neues Fahr- und Bremsverhalten kennen.

Bartschs Kollege Bernd Jaschke hatte vor Start des Parking Days viel Arbeit gehabt. Trotz des Parkverbots von 8 bis 18 Uhr standen am Samstagmorgen noch 20 Autos in der Schneiderstraße. „Dann haben wir angefangen, die Halter ausfindig zu machen“, sagte Jaschke, der für den Bereich Ölberg zuständig ist. „Zum Glück war es nicht nötig, Wagen abzuschleppen“, erklärte Sophie Clees. Am Ende blieben drei Fahrzeuge stehen, die den Ablauf des Parking Days aber nicht störten.

So hatte der benachbarte Lutherstift Platz, an seinem Stand Getränke und afrikanisches Fingerfood anzubieten. Nicht nur beim Mehrweggeschirr setzt das Seniorenzentrum auf Nachhaltigkeit. „Wir sammeln im Haus die alten Druckerpatronen“, berichtete Mitarbeiter Andreas Kalus. Diese werden dann an die Caritas weitergegeben, dort umfunktioniert und für einen guten Zweck verkauft.

An der Wirkerstraße gab es afrikanische Klänge zu hören. Passanten blieben stehen, um den beiden Trommeln zuzuhören. Wer länger blieb, konnte sich auf dem Platz an Café-Tische setzen. Das Trommel-Duo bilde den Auftakt des Live-Programms, erklärte Dirk Jädke. Später werde die Bergische Musikschule die Straße bespielen. Für den Verein ADDE (Allianz für Diversität, Dialog und Empowerment) warb Jädke für Wuppertaler Künstler mit Migrationshintergrund.

Die Organisatoren des Internet-Radverleihs „Nachbarschaftsrad“ hatten ihren Parkplatz in eine kleine Grünanlage verwandelt – mit einer Wiese aus Kunstrasen, Klappstühlen und Pflanzen. „Das sind ja alles Dinge, die man mit einem Lastenrad durch die Stadt transportieren kann“, erklärte die Betreiberin. Sie war mit ihrem Team von Barmen herübergekommen.

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