Parkhaus Bergstraße: Sanierung dauert länger — und kostet fast vier Millionen Euro

Verkehr : Parkhaus kostet vier Millionen Euro

Die Arbeiten an der Bergstraße sollen Ende Juni abgeschlossen sein. Doch aktuell fehlt noch ein Betreiber.

So langsam dürften sich die Elberfelder dran gewöhnt haben. Doch vor allem die ehemaligen Dauerparker wird es ärgern: Die Sanierung des Parkhauses an der Bergstraße mit seinen 215 Plätzen, das seit April 2017 geschlossen ist, verschiebt sich noch einmal. Das Frühjahr ist nicht mehr als Endtermin zu halten. Aktuell peile man Ende Juni ein, heißt es vom Städtischen Gebäudemanagement, das auch deutlich tiefer in die Tasche greifen muss als ursprünglich gedacht. Mit 3,85 statt 2,3 Millionen Euro rechnet das GMW jetzt. Und ob im Sommer schon wieder an der Bergstraße geparkt werden kann, ist auch noch offen. Aktuell gibt es noch keinen Betreiber.

Dass sich die Arbeiten so verzögert haben, sei unter anderem auf die Asbestsanierung zurückzuführen, wie Klaus Liedtke vom GMW erklärt. Dass die notwendig war, sei im Vorfeld nicht absehbar gewesen. Aber: Allein diese Arbeiten hätten mit zusätzlichen 1,2 Millionen Euro zu Buche geschlagen. Außerdem musste eine neue Lüftungsanlage eingebaut werden, so Liedtke.

Hinzu seien Faktoren gekommen, die das GMW auch bei anderen Bauprojekten vor Probleme stellen, wie die allgemeine Baukostensteigerung. Trotzdem bleibe er optimistisch, dass die Fertigstellung bis Ende Juni klappt.

Ob das den Parkdruck etwa auf dem Ölberg mindert? „Auf dem Berg war die Sperrung bislang nicht so ein Thema“, sagt Klaus Lüdemann (Grüne). Möglich sei aber, dass sich nach einer so langen Zeit „die Leute damit abgefunden haben“. Sein Kollege in Rat und Bezirksvertretung, Thomas Kring (SPD), vermutet, dass das Parkhaus vor allem von Dauerparkern genutzt wurde.

Anwohner fahren lieber
mehrfach „um den Block“

Laut Thomas Weyland von der Initiative Mobiler Ölberg seien Parkhäuser natürlich immer Punkte, die bei der Diskussion rund um den Verkehr auf dem Ölberg eine Rolle spielen. Allerdings bestätigt er den Eindruck vieler, dass Anwohner lieber mehrfach „um den Block fahren“, als einen festen Platz in einem Parkhaus anzumieten. Ähnliches hatten WZ-Recherchen auch beim Thema Parkdruck im Mirker Quartier ergeben.

Die Fertigstellung im Juni bedeutet auch nicht unbedingt, dass die Parkplätze dann auch schon zur Verfügung stehen. Vor der Sanierung waren die Wuppertaler Stadtwerke Betreiber. Aktuell laufen Gespräche mit der Stadt, ob die WSW weitermachen. Zum Stand wollen sich beide Seiten nicht äußern. Eine Entscheidung soll im Februar/März fallen. WSW-Sprecher Holger Stephan weist aber zum Beispiel darauf hin, dass der Betrieb von Parkhäusern „nicht unser Kerngeschäft ist“. Wie das Parkhaus mit seinen 215 Plätzen vor der Schließung genutzt wurde, dazu wollte sich Stephan nicht äußern. Falls sich die WSW allerdings gegen den Weiterbetrieb entscheiden, „liegt das nicht an der Auslastung“, beteuert er.

Einigen sich Stadt und WSW nicht, muss ausgeschrieben werden, wie Liedtke ankündigt. Dass es zumindest eine kurze Übergangsphase geben könnte, in der das Parkhaus zwar baulich fertig ist, aber noch nicht genutzt werden kann, sei fast nicht auszuschließen. Denn für einen neuen Betreiber, auch wenn man den schnell finden würde, müssten möglicherweise noch Umbauten vorgenommen werden.

Dass das GMW bei der Ausschreibung von Aufträgen zuletzt auch mal große Probleme hatte — Stichwort Sporthalle Nevigeser Straße — und mehrere Runden drehen musste, verhehlt Liedtke nicht. Im Fall der Bergstraße ist er aber zuversichtlich für eine schnelle Lösung.

„Es gibt aktuell schon Interessenten.“ Sollte wider Erwarten doch niemand gefunden werden, würde das GMW, so habe Leiter Hans-Uwe Flunkert erklärt, übergangsweise den Betrieb übernehmen. »S. 19