Meinung: Papierkrieg für den Baum

Meinung : Papierkrieg für den Baum

Es fühlt sich ein wenig komisch an, gegen eine Baumschutzsatzung zu argumentieren. Aber es gibt in der Tat gute Gründe, diesem bürokratischen Instrument skeptisch gegenüberzustehen. Die Baumschutzsatzung führt in den allermeisten Fällen dazu, dass Bürger Gebühren zahlen, Anträge schreiben und Verwaltungsmitarbeiter beschäftigen – und am Ende wird in neun von zehn Fällen trotzdem ein Baum gefällt.

Nicht eingerechnet sind die ganzen Bäume, die für diesen Papierkrieg drauf gegangen sind. Natürlich, das kann keiner abstreiten, werden mit der Satzung sicher einige Bäume im Nachbarsgarten ein längeres Leben haben. Außer natürlich, der Nachbar greift jetzt noch schnell zur Säge. Auch nicht gerettet werden Bäume, die gekappt werden, bevor sie unter die Satzung fallen. Steht der Nutzen in einem Verhältnis zum Aufwand? In einer Stadtverwaltung, die in vielen Ressorts unter chronischem Personalmangel leidet, soll demnächst ein zusätzlicher Mitarbeiter Baumfällungen abnicken? Umweltschutz muss zielgerichteter gehen.

Mehr von Westdeutsche Zeitung